Easy does it

Letzte Woche habe ich aus lauter Verzweiflung eine mail an C. geschrieben, ob er nicht vielleicht irgendeinen Deppenjob für mich habe. C. war lange Zeit einer der beiden Inhaber des Labels, für das ich mehrere Jahre lang gut und gerne gearbeitet habe, war dann aber irgendwann schlau genug, das Schiff zu verlassen. Seit dem arbeitet er für ein Label, das einen riesigen Katalog an Klassik- und Jazz Aufnahmen hat und nebenbei noch billige DVDs mit Wellen und Panflöten oder Schwangerengymnastik produziert.

Ich mag C. gerne, er sieht zwar aus wie ein halbwegs seriöser Geschäftsmann, hat aber etwas manisches, das leicht ins Irre kippen könnte. Vor zwei Jahren hat er mich schon mal gefragt, ob ich vielleicht einen Job brauchte, was damals aber noch nicht der Fall war; zumal es sich eben um Katalogpflege u.ä. handelte. Ich hatte ihm dann einen Kumpel vermittelt, der auch immer noch dort arbeitet. Da meine Bewerbung bei Univ. immer noch auf Eis liegt und derzeit trotz aller Beziehungen kaum Aussicht auf Erfolg hat, ich aber irgendwie leben muss, schrieb ich C., dass ich 20 St. in der Woche eigentlich alles machen würde, wenn er denn was hätte (die anderen 20 St. arbeite ich noch in meinem alten Job). Er schrieb zurück, dass ich Montag mal vorbei kommen solle, was ich auch getan habe, völlig unverbindlich und eigentlich ohne Erwartungen. Er erzählte mir dann, dass er dringend einen Poduktmanager brauche (sogar für halbwegs interessante Projekte), und ob ich nicht Lust dazu habe. Hatte ich natürlich, allerdings gibt es noch weniger Geld als bei meinem letzten Job und wieder nur auch Rechnung. Naja. Immerhin ein Job, bei dem ich nicht total verblöde, aber es ist in fast allen Bereichen wieder ein Rückschritt.

Bin ich undankbar? Das Angebot kam wirklich out of the blue, und es entspricht auch eher meinen Fähigkeiten und Interessen (wobei ich natürlich direkt wieder das Hochstapler-Syndrom habe: Wann werden sie merken, dass ich von überhaupt nichts eine Ahnung habe? Mit DVDs habe ich schliesslich noch nie gearbeitet…). Aber ich will endlich eine Krankenverisicherung, die ich derzeit eben nur durch eine Festanstellung bekomme. I don’t know. Aber ich fange schon heute an, und ich freue mich trotz allem sehr auf die Arbeit. Bei der Rückfahrt habe ich übrigens einen Google Kamera-Wagen gesehen, der die Strassen gefilmt hat. Hatte sogar einen Google-Aufkleber an der Tür.

Gestern abend hatte ich dann noch ein wirklich wunderbares Treffen mit einer alten Bekannten in meiner Lieblingsbar. Wir wohnen quasi nur einen Katzenweitwurf voneinander entfernt, sehen uns aber ziemlich selten und gestern war mal wieder so ein Abend, den ich am liebsten mitgeschrieben hätte. Ein Buch habe ich auch von ihr geschenkt bekommen und ich freue mich schon drauf, es zu lesen.

Doch, das war ein guter Tag, gestern.


3 Kommentare on “Easy does it”

  1. torplage sagt:

    In einem Monat kannst du sagen, du hättest auf DVDs gearbeitet 😉

  2. […] die Jungs von Google auch uns Europäer. Erst mal unsere Freunde in Deutschland und ihre Quartiere. Onkel Toby hat schon den ersten Spionagewagen von Google gesehen – der sogar mit Google-Aufkleber gekennzeichnet […]

  3. Dirk sagt:

    Wünsche Dir echt viel Gutes für diese neue Ära!
    Auch, wenn Gott versorgt – aber eine KV ist schon super!

    Gby,
    Dirk.


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