shallowness is a virtue

Ich habe derzeit mehr als sonst das Gefühl, mich auf einer Reise zu befinden. Die Gravitation ist schwächer geworden, in vielerlei Hinsicht. Der Tod meines Vater vor sechs Monaten war letztlich auch eine Erfahrung des losgelassen-werdens. Dann der Verlust meines Jobs; und jetzt tun sich bedauerlicherweise grosse Abgründe zwischen meiner Kirche und mir auf. Wobei: Die gab es gefühlt auch schon vorher, aber ich glaube, ich wollte die erstmal nicht wahrhaben, weil ich mich zu wohl gefühlt habe. Jetzt hindert mich Tatsache, das ich mit meiner Freundin unverheiratet zusammenlebe daran, intensiver mitzuarbeiten und das offenbahrt ein Verständnis von Kirche, mit dem ich grosse Schwierigkeiten habe. Mal sehen, wie es weitergeht.

Ab morgen bin ich dann auch physisch unterwegs: Ich fliege zu Freunden nach Köln und werde dann auch mal beim Grab meines Vaters vorbeischauen; natürlich auch bei seinem Haus, das lt. meines Bruders wohl gerade saniert wird. Ich wünschte, die Liebste wäre dabei, aber das hat sich aus verschiedenen Gründen als unpraktikabel herausgestellt. Freitag abend gibt es dann noch ein Treffen mit ehemaligen Mitgliedern meiner baptistischen Jugendgruppe, die ich teilweise seit mehr als 10 Jahre nicht gesehen habe. Einige von uns waren damals wirklich sehr gut befreundet, aber anscheinend haben alle untereinander den Kontakt verloren. Ein erstes Vorfühlen und nachforschen hat gezeigt, das alle entweder Karriere gemacht oder zumindest ihre Träume verwirklicht haben. Freut mich für sie, verstärkt aber mein Gefühl, dass ich mit meinem Leben irgendwie Schiffbruch erlitten habe. Zumindest in manchen Bereichen.

Montag geht es dann weiter zum Aufbau des Orange Blossom Special-Festivals von Glitterhouse nach Beverungen, ich bin jetzt das 11. Mal dabei und freue mich wahnsinning auf die Leute und die Bands. Das ist jedesmal ein Highlight meines Jahres. Montag holt mich die Liebste wieder ab, vielleicht bleiben wir noch eine Nacht im wunderschönen Weserbergland und dann werde ich mir mal ernsthaft Gedanken machen müssen, wie ich an einen Job komme.

In der letzten Zeit habe ich manchmal das Gefühl, dass mir das Suchen nach Gott über den Kopf wächst. Zu viele Dinge, zu viele Erkenntnisse sind unter ein Dach zu bringen und meine eigentliche Suche nach einem, ähh, einfachen Zugang zu Gott führt zu keinen nennenswerten Ergebnissen – sieht man mal davon ab, das ich für meine Kirche als Mitarbeiter nicht tragbar bin. Aber gerade in diesen Momenten empfinde ich oft eine Gewißheit, auf dem richtigen Weg zu sein, und des Gefühl der Überforderung weicht einer Freude, Gott näher kennenzulernen.
Das Motte des diesjährigen Festivals ist übrigens: Da hinten wirds hell.

Ach ja: Portishead konnte ich viele Jahre nicht mehr hören, ich kannte die Songs einfach zu gut. nach 11 Jahren haben sie jetzt ein neues Album veröffentlicht, dass derzeit exakt der Soundtrack of my life ist. Ich kenne mittlerweile einige, die die Platte z.B. „kalt und langweilig“ finden. Ich halte sie für ein meteoriteneinschlaggleiches Statement zur Weltlage und kann sie nicht laut genug hören. Ist aber nichts zum kuscheln.


Körperzellen-Rock

Ich glaub, mein IQ ist gerade um 10 Punkte gesunken. Und das sind noch nicht mal Christen, obwohl ich denen sowas natürlich sofort zutrauen würde…

Wer bei diesem Lied aktiv mitmacht, kann so Krankheiten heilen, ein stärkeres, körperliches und geistiges Wohlbefinden bemerken und eine liebevolle Verbiondung zu seinem Körper spüren.

Gut, dass ich nicht weiss, was „Verbiondung“ sein soll…

Körperzellen-Rock


Chefsachen.

Gestern Nachmittag rief mein Ex-Chef an, der mich Ende 2004 gefeuert hat, weil das Label nicht mehr so toll lief. Und mich seine Freundin nicht mochte. Es war eine sehr unschöne Geschichte, bei der es auch um für meine Verhältnisse hohe Aussenstände ging, die er mir nicht bezahlt hat und weswegen ich damals Strom und Gas wiederum nicht bezahlen konnte, was mir den Winter damals doch recht kalt werden liess. Einen Euro für jede seiner Lügen damals und ich wäre ein gemachter Mann.

Ich bin eigentlich immer davon ausgegangen, dass zu hassen nicht in meiner Persönlichkeit liegt, doch er bewies mir das Gegenteil. Bei der Nennung seines Namens alleine spürte ich schon eine heftige, körperliche Reaktion und die Dinge, die ich ihm gewünscht habe, finden sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkein nicht in der Bergpredigt. Dabei war er in all seiner Verquerheit immer leicht zu durchschauen – seine superreichen Eltern haben ihm anscheinend nie das Gefühl gegeben, geliebt zu werden (was ich selber mal miterleben durfte) und das war jetzt sein Hauptantrieb. Er wollte es immer allen recht machen und baute dafür Lügenkonstrukte, die natürlich ständig einstürzten, woraus er sich aber mit seinem jungenhaften Charme retten konnte. Wirklich unfassbar, wie oft das geklappt hat. Es half mir auch nicht sonderlich, zu erfahren, dass er jetzt in einer anderen Branche supererfolgreich ist und mehr Geld verdient, als man für ehrliche Arbeit bekommen sollte. Ich habe da wirklich drunter gelitten, denn Hass ist meiner Ansicht nach niemals gesund und sagt vor allem mehr über die hassende Person aus als über das Objekt des Hasses.

Folgerichtig habe ich dann auch lange darum gebetet, dass Gott diese Gefühle doch bitte, tja, was eigentlich? Eliminieren soll? In „Liebe“ verwandeln? Ich weiss es nicht. Was ich aber wusste, war, dass diese Art von Emotionen weder mir noch meinen Mitmenscchen gut bekam. Das letzte Mal hatte ich vor ca. 2 Jahren mit ihm telefoniert, er hatte wegen irgendeiner alten geschäftlichen Sachen angerufen und meine linke Hand spielte bereits mit dem Telefonkabel, dass sich in meiner Phantasie langsam um seinen Hals legte… Keine Änderung also. Und dann also der Anruf gestern.

Ich war natürlich zuerstmal sehr überrascht. Noch überraschter allerdings war ich, als ich merkte, das all die körperlichen Abwehrreationen – weg waren. Ich glaube, ich habe mich sogar ein kleines bißchen gefreut, von ihm zu hören. Das es ihm gut ging, wusste ich ja bereits von gemeinsamen Bekannten. Er wollte wissen, ob ich nicht mit einem Musiker aus NY auf einer Session spielen könnte, was ich aber aus Zeit- und Fähigkeitsgründen ablehnen musste. Wir haben tatsächlich auch mal über die Zeit damals gesprochen, und auch, wenn ich nicht glaube, dass es sich gross geändert oder seine Fehler eingesehen hat, kann ich doch sagen, das ich ihm vergeben habe. Wobei diese aktive Wortkonstruktion eigentlich in die Irre führt – im empfand es als Gottes Geschenk, darunter nicht mehr leiden zu müssen und ihm so eben auch völlig anders begegnen zu können, denn mit zunehmendem Hass verschwindet auch die eigene Würde und man selber ist reduziert auf die Reaktionen, die der andere in einem auslöst.

Ich glaube, ich werde ihn in den nächsten Wochen mal besuchen und schauen, die sich diese ganze Geschichte unter vier Augen anfühlt. Ich bin mir nicht sicher, wie ich auf seine Freundin reagieren würde, wenn er sie denn überhaupt noch hat, aber ich bin ganz zuversichtlich, dass dieses Kapitel
endgültig erledigt ist.


Quäker-Silence

„If you ever get the chance to sit in on a silent Quaker meeting, take the opportunity. It’s not the kind of experience you’ll get just anywhere. Yes, it’s intense. Yes, it’s likely to be extremely difficult to “center down” and focus for an hour, but it’d still be a great exercise in listening. …When Quakers meet for worship they reserve a time during the service for complete silence; this silence is a commitment as a community to allowing God space in our worship. But it is rarely ever a “silent worship.” Rather, in worship Quakers listen for the Holy Spirit to move them to action. That is, if the Spirit of God moves you to share/preach/sing, then listening to God involves acting on what was heard. In this way, the practice of silence for Quakers only begins with listening, but true silence always leads to an action.“

„While at first glance this idea of a silent worship service may seem a bit overly simplistic, or even worse “boring,” but I challenge you to suggest to your church service planner to have 10 minutes of silence this week and see how it goes. And by silence, I mean absolute and complete silence, no soft piano playing in the background or guitar lazily strumming its strings, no worship leader talking about how we’re currently being silent before the Lord; no, I mean pure unadulterated quiet. Now I think this is still radical. It was radical 400 years ago, and it may be, in world where distraction is a necessary drug, even more radical today. Doesn’t just the idea of being quiet for so long kind of freak us out?!“
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Vegetarian progressive grindcore

Not everyone likes Metal. FUCK THEM!!!


Endlich!

Das Christentum in einem Satz erklärt:

Bitteschön
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The Sacred Harp

„Awake, my Soul“ heisst ein neuer Dokumentarfilm über das Shape-Note oder Sacred-Harp-Singing, das früher in sehr vielen US-amerikanischen Kirchen praktiziert wurde. Ich bin gegen Ende der 90ger Jahre drauf gestossen und habe mir damals gleich das Album „Harp of a thousand strings“ besorgt, das mich immer wieder sehr berührt. Vor einigen Jahren erschien auch mal ein Artikel darüber im besten Musik-Magazin aller Zeiten – No Depression – mit dem sehr passenden Titel „Raw Power“ Hier der Trailer zum Film:

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