listen to me whine.

Nicht zuletzt eine fette, selbst nach zwei Wochen noch nicht gänzlich abgeklungene Erkältung hat mich dazu gebracht, das lustige Alk,-Schoko,- und Web2.0-Fasten bis Ostern endgültig in die Tonne zu treten. Immerhin kann ich nun weitere drei Erkenntnisse meiner Lebenserfahrung zufügen:

1. Ausgehen, ohne was zu trinken ist für’n Arsch.

2. Selbst das beste alkoholfreie Bier ist noch schlechter als das schlechteste mit.

3. Social Networking is the Zeitfresser Number One.

Ausserdem bekamen mein Kollege und ich vorletzten Samstag eine mail von unserem Chef, der zumindest einem von uns eine Entlassung Ende März ankündigte, sollte sich die geschäftliche Situation bis dahin nicht massiv gebessert haben. Da wir diese bis zu einem gewissen Punkt selber beeinflussen können, arbeite ich seitdem wie besessen, was mich immerhin auch von der massiven Depression ablenkt, in die mich diese mail geschickt hat. Donnerstag war der erste Tag, an dem ich wieder etwas Land gesehen habe (zuvor habe ich allerdings Gott auf das Gröbste beschuldigt, angebrüllt und beleidigt… scheint geholfen zu haben.)

Denn ich fürchte, mir gehen langsam die Optionen aus. Ich bn jetzt 36 und meine berufliche Situation geht seit 05 den Bach runter. Mittlerweile habe ich nicht mal mehr eine Krankenversicherung, und der „Arbeitsvertrag“ meines momentanen Jobs (bei dem ich so wenig wie noch nie verdiene), wurde mit Kuli auf ein in der Mitte durchgerisenes A4-Blatt geschrieben. Eine Karriere sah, glaube ich, anders aus. Ein Freund von mir hat mal gelesen, dass Männer um die 40 mit einer faustdicken Midlife-Crisis rechnen dürfen, wenn sie bis dahin noch nicht „ihr Ding“ gefunden haben, also jetzt nicht das Ding, das habe ich neulich erst gesehen, eher das andere… grössere…Ding.

Neulich hat mir ein befreundetes Paar sogar ein Selbsthilfe-Buch zum persönlichen „Ding“-Finden ausgeliehen, nachdem ich angedeutet hatte, dass die Musikindustrie mich anscheinend nicht richtig ernähren möchte. Reingeschaut habe ich noch nicht.

Neben den vielen Semestern Germanistik und Kunstgeschichte damals hatte ich ja Anfang des Jahrausends sogar mal „Soziale Arbeit“ studiert, ganze vier Semester, was ich aber aufgrund von Unterforderung und eines Vollzeitjobangebots bei einem Label ebenfalls abgebrochen habe. Vielleicht sollte ich mich da mal wieder mit beschäftigen? In mir wächst ja schon seit längerem der Wunsch, in irgendeiner Form caritativ Tätig zu werden, allerdings dann doch eher in meiner Freizeit.

Aber vielleicht geht der Kelch mal mal wieder an mir vorbei. In der Predigt vorletzten Samstag gab es ein Zitat von Bonhöfer, das sinngemäß feststellte, dass Gott so grossartig ist, dass es einem Hoffnung für das ganze Leben geben sollte. Sehe ich auch so, und obwohl mir Gott trotz all meiner Fehler bislang immer den Arsch gerettet hat, bin ich manchmal so dermassen kleingläubig, das Gott schon mehrmals schreiend das Zimmer verlassen haben muss (wenn er wie ich wäre).

Und dann gibt es auch immer wieder Dinge wie diese, die einem die Brille wieder zurechtrücken…


3 Kommentare on “listen to me whine.”

  1. Maggi sagt:

    Ad 1. Soll der Arsch doch auch mal was davon haben … ansonsten: Stimmt!

    Ad 2. Wort!

    Ad 3. Ich komme vor lauter SN schon nicht mehr zum Computerspielen – das ist übel.

    Und der Link ist schlichtweg genial – danke fürs Teilen.

  2. Dirk sagt:

    Hi!

    Dieses „Blues“-Gefühl kenne ich!
    Sei gespannt, welchen „Master-Plan“ JC für Dich hat.

    Gby,
    Dirk.

  3. francis sagt:

    lass uns leser wissen, wie es mit deiner jobsituation weitergeht, damit wir dafür beten können. ich drück dir die daumen!


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