Ein Leben, 1927-2007

Seit Donnerstag war er in einer Reha-Klinik. Am Tag seines Transports hat mein Cousin ihn noch besucht und erzählt, dass er richtig wach war, ihn erkannt, seine Hand gedrückt und sogar versucht hat, zu sprechen. Heute morgen hatte er eine Blutung, man hat ihn noch mit einem Krankenwagen zu einem Hospital gefahren, doch den Transport hat er nicht mehr überlebt. Ich hätte ihn so gerne noch mal gesehen.

Wenn man soft genug auf einen Satz starrt, dann löst sich sein Sinn für gewöhnlich in Nichts auf. Ich habe den Satz „Mein Vater ist gestorben“ heute so oft gesprochen und geschrieben und warte immer noch darauf, dass sich mir seine Bedeutung erschliesst. Morgen früh fahre ich nach Köln, um die Beerdigung zu organisieren und die Wohnung aufzulösen und ich frage mich gerade, was wohl beschissener sein wird. Vielleicht wird mir sein Tod erst bewußt, wenn seine Wohnung nicht mehr da ist und es noch nicht mal mehr einen physischen Ort gibt, der mich mit ihm verbindet.

Die Dinge passieren, und Gott weiss es. Mehr kann ich gerade nicht an Trost aufbringen.