Die gewünschte Sämigkeit

Mein Vater hat die OP vorgestern ganz gut überstanden, er liegt aber immer noch auf der Intensivstation und ist nicht bei Bewußtsein. Asserdem bekommt er noch zusätzlich Sauerstoff, da seine Lungen nicht so gut arbeiten. Gestern konnte ich für 2 Stunden zu ihm, und ihn da so liegen zu sehen, schlafend, vor all den Geräten und vor allem vor diesem Monitor mit den Zahlen, die irgendwas bedeuten, das ich nicht verstehen kann, war ganz schön hart. Heute wollen sie ihn aufwecken und sie hoffen, dass er wieder alleine atmen kann.

Es ist sehr seltsam, ohne ihn in seiner Wohnung zu sitzen. Sonderlich gut kann ich mich nicht auf die Arbeit konzentrieren, aber dann muss das Nötigste eben reichen. Meine alte Freundin aus der Jugendgruppe, deren Vater letzen Freitag gestorben ist, habe ich vorgestern noch angerufen, und das Gespräch war richtig gut. Warum auch nicht. Heute Nachmittag holt mich jemand aus der Gemeinde ab und nimmt mich mit zur Beerdigung, danach werde ich wieder ins Krankenhaus fahren und abends dann nach Köln, um einen alten Freund zu sehen, zu dem ich den Kontakt fast völlig verloren hatte. Eine Reise vom Tod ins Leben, quasi, denn besagter Freund hat auch noch 2 ganz kleine Kinder.

Bizarrster Moment des gestrigen Tages: In ein fast leeres Strauß-Geschäft zu gehen und die Belegschaft angeregt über die Vorteile der Todesstrafe diskutieren zu hören.


One Comment on “Die gewünschte Sämigkeit”

  1. [depone] sagt:

    nehme anteil und kann deine gefühle nachvollziehen.


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