St. Thomas R.I.P.

Gestern, kurz bevor wir auf die Bühne gingen meinte Dirk, unser Drummer, zu mir: Weisst Du eigentlich, das St. Thomas tot ist? Und da war es wieder, das Gefühl, dass einem gerade kurz in den Magen geboxt wurde. Ich war nicht unbedingt ein Fan, aber sein erstes Album habe ich sehr gemocht, damals. Seine einfachen Songs hatten so etwas total naives aber strahlten gleichzeit immer eine grosse Traurigkeit aus, als ob ihn seine Naivität vor zu viel Leid beschützen sollte.

Vor einigen Jahren (2003?) hat er auch auf dem Festival gespielt, bei dem ich immer als Stage Manager arbeite. Ich habe ihn als sehr schüchtern in Erinnerung und es schien alles auf eine gepflegte Borderline-Persönlichkeit hin zu deuten. Und als Norweger konnte er natürlich saufen ohne Ende. Hat er auch.

Er hatte damals noch einen so durchgeknallten wie polytoxikomanen Mitmusiker dabei, der noch 2 Tage nach dem Festival im Wintergarten saß und Bierkästen leerte. Irgendwann hat ihn dann jemand zum Bahnhof gefahren und in einen Zug gesetzt.

Die Todesursache ist wohl noch unbekannt, aber es wird wohl Selbstmord gewesen sein. Er war 31 Jahre alt.

Hier kann man sich ein schönes Konzert anhören.

Ich wünschte, es hätte ihm jemand helfen können.



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