The price of sin

Völlig Bescheuert, aber lustig: Stell Dir vor, Du müsstest am Himmelstor für Deine Sünden bezahlen – und zwar GELD. Hier kann man sich ausrechnen lassen, wie teuer das für einen werden würde.

Ich müsse übrigens lediglich 280 EUR bezahlen… ahem.

Wer möchte, kann ja seinen Preis in den Kommentaren veröffentlichen. Wer am wenigsten zahlen muss, bekommt den Ned Flanders Diddeliduddeli-Orden am Bande.


Polka Mass

Als eingefleischter Polka-Fan würde ich ja wahnsinng gerne die Musik dazu hören…


via


My Jesus beats up your Jesus, Pt. 395

Ich bewege mich ja nicht so häufig in christlichen-fundamentalistischen Kreisen, und wenn, dann sind die Kreise zwar fundamentalistisch, aber doch gemäßigt. Eine interessanten Einblick in dieses traurige Reich gibt es derzeit über den Naked Pastor.

Dessen m.E. so streitbarer wie interessanter und inspirierender Blog wurde jetzt von „Slice of Laodicea“ begutachtet – und natürlich für zu leicht befunden. Wenn es so etwas wie einen christlichen „Hateblog“ gibt, dann dürfte SoL wohl locker drunterfallen. Wo die Verfasserin „Ingrid Schlüter“ in ihren Beiträgen zumeist noch halbwegs zwischenmenschliche Mindeststandarts erreicht, halten sich ihre Kommentatoren dann überhaupt nicht mehr zurück.

Schon interessant, was manche Leute aus „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“; „richte nicht, auf das Du nicht gerichtet wirst“ und „Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge“ so machen können. Wenn ich sowas lese, dann frage ich mich immer, wieviel Angst solche Leute haben müssen. Was bedeutet es wohl für sie, wenn es heisst, Jesus mache frei? Dass er heute mal keine Bergpredigt hält?

Tino hatte ja unlängt auch eine Begegnung mit dieser Art Christen… Es ist deprimierend.


I [heart] Will Oldham.

Sein dem ich damals Anfang der 90ger Jahre das erste Album von Will Oldham gehört habe (There is no-one that will take care of you, glaube ich), bin ich, man kann es wohl so sagen – ziemlicher Fan. Bei seinem immensen output in ständig anderen Inkarnation ist nicht immer alles so richtig klasse, aber zum einen eben immer noch genug, und zum anderen geht es bei ihm m.E. auch zu einem grossen Teil um den Prozess und das anbinden an andere kreative Konzepte, bei dem ich ihn einfach auch nur gerne zuhöre.

Das hat vor kurzem mal wieder so befremdlich wie exzellent funktioniert, als Oldham in einem alternativ-Video für eine Kanye-West-Single mitgespielt hat (irgendwo habe ich gelesen, dass die Idee dazu auch von Oldham kam, würde jedenfalls passen):

Vor ca. 2 Jahren gab es auch ein klasse Interview mit ihm, das ich hier mal nur verlinke. Jedenfalls sehr empfehlenswert (auch der Interviewer, übrigens).


Me and the farmer

Es zeichnet sich ab, das der Pastor / Leiter der Gemeinde, die ich derzeit besuche, im Januar wieder in die USA geht. Es wird ein Nachfolger gesucht, welcher anscheinend bereits gefunden worden ist. Vor drei Wochen war er mal da und hat Gitarre gespielt, aber nicht gepredigt oder sich sonstwie vorgestellt, was ich schon ein bisschen seltsam fand. Wenn ich mich recht entsinne, ist auch nicht erwähnt worden, das er sich für diesen Posten bewirbt – die Binnenkommunikation lässt da wirklich einiges zu wünschen übrig. Ich bin mir nicht sicher, ob er der Richtige ist, aber ich habe heute in Karen Ward’s Beitrag in „Listening To The Believes Of Emerging Churches“ eine interessante Stelle gefunden, die meine Einstellung zu „Gemeindeleitern“ ganz gut widerspiegelt:

„“For leader, cultivating growth is about becoming an abbot in a congregation rather than a pastor. An abbot is a leader who forms a way of life among a whole people. Missional change is primarily about formation – and formation is about the habits and practices that shape new ways of being the chuch.

Cultivation is an ancient word taken from agricultural practices. It is an organic metaphor rather than one of management or warfare. A gardener or farmer understands that life and purpose of plants and crops is not something over which the farmer has a great deal of control. And so, leadership as cultivation is not about people fitting into your strategy; it is about providing the environment in which missional imagination buds and develops, and in which the farmer may well be astonished by the results“
(Alan Roxburgh)

Ich habe generell keine Probleme mir Hierarchien; und ich bin mir wohl bewusst, das Petrus dieses Prinzip gerne in Gemeinden angewand sehen will. Aber ich glaube, das die Form durchaus diskutabel ist.

Ich sehe es z.B. auch nicht als zwingend notwendig an, überhaupt einen theologisch ausgebildeten Pastor in einer Gemeinde zu haben. Für viel wichtiger halte ich es, jemanden zu haben, der in Zusammenabeit mit seiner Kirche ein Klima des Wachstums prägt, der Leute inspiriert und zusammenbringt, der keine one-man-show abzieht, sondern sich seiner Abhängigkeiten bewusst ist (und wie oft habe ich schon Pastoren erlebt, die nach dem Motto arbeiteten: „If you want something to be done, do it yourself“).

Überhaupt gefällt mir Karen Ward’s Kapitel mit am besten, das zusammen mit ihrer Kirche geschrieben worden ist. Es steht eigentlich diametral zu Mark Driscoll, der in diesem Buch mit seiner Wortfixierung, seiner gönnerhaften Gutsherrenmentalität und latentem Sexismus für alles steht, was ich an christlichen Fundamentalisten so abstossend finde. Am Anfang seines Kommentars zu Ward’d Beitrag spricht er ihr z.B. erstmal das Recht ab, als Frau Gemeideleiterin zu sein. Mir ist vollkommen rätselhaft, warum Driscoll überhaupt in irgend einer Weise zu der Emergent Conversation gezählt wird. Ich kann weder Inhaltlich, noch im Duktus eine Geistesverwandschaft zu Z.B. Pagitt, MacLaren oder anderen Akteuren in diesem Gebiet feststellen.

Auch, wenn der Erfolg seiner Kirche ihm Recht geben mag: Seine Art der Gesetzlichkeit und Intoleranz schafft genau das Klima, mit dem ich nichts mehr zu tun haben möchte. Und wenn ich mich dafür als Liberaler beschimpfen lassen muss.


After the Goldrush

Nachdem ich Sonntag abend vom Festival zurück war, liege ich heute erstmal mit einer fetten Erkältung im Bett und habe diverse Emotionen zu verarbeiten. Erstmal freue mich mich natürlich, das unser Gig beim Festival (oder sagt man da „Slot“?) ziemlich gut war. Wir waren etwas unlockerer und verkrampfter als bei der Fete de la Musique, aber immer noch okay.

Leider war das, wie sagt man dann immer so schön, „nicht unsere crowd“. Alle anderen Bands bedienten zumeist perfekt die verschiedenen Lager des Indie-Rock-Standarts (und sahen auch so aus) und haben durchgeknüppelt was das Zeug hielt – wir waren tatsächlich die einzigen, die soetwas wie Pausen und leere(re) Stellen in den Songs hatten. Das war füher auch mal anders, wenn ich an Codeine und Konsorten erinnern darf, ist aber wohl weitestgehend aus der Mode geraten (Immerhin sind Low noch aktiv, und Savoy Grand dürfte die letzt Band sein, für die die Pausen ebenso wichtig sind, wie die Töne).

Dazu kam noch, das der tendenziell desinteressierte FOH-Mensch die Summe ordentlich komprimiert hat, so dass überflüssiger Quatsch wie Dynamik an diesem Wochenende erst recht Pause hatte. Mir fiel mal wieder auf, wie sehr ich Thorsten Luck, den Mischer vom OBS, für seine Ohren und seinen Geschmack schätze.

Richtig scheisse war dann die Rückfahrt, bei der mir wahrscheinlich auf einer Raststätte meine Digitalkamera geklaut wurde – dass ich sie verloren habe, ist eher unwahrscheinlich. Ich hänge echt nicht sehr an Dingen, aber das tut schon deshalb weh, weil ich mir einen halbwegs adäquaten Ersatz dieses Jahr wohl nicht mehr leisten kann.

Und dann muss ich mich noch kräftig schämen, da ich mich eigentlich in der letzten Woche mit Walter treffen wollte, der in Berlin war – und ich es noch nicht mal hingekriegt habe, abzusagen. Die Tage vor dem Festival waren irre anstrengend, da hätte ich es wider erwarten nicht geschafft, aber ich hätte mich einfach melden müssen. Werde ich jetzt wohl nachholen müssen. Mist.

Ach ja: Seit dem wir ja ab heute zu Alice gewechselt sind, klappt gar nichts mehr, noch nicht mal das Telefon geht und der unglaublich langsame Service-Typ konnte sich das auch alles gar nicht erklären. Erst recht nicht, wiedso ich mit dem PC meiner Freundin ins Internet komme, aber nicht mit meinem PowerBook. Bin gespannt, was die halbe Stunde Gespräch mit dem Handy kosten werden und habe grosse Lust, da ein ordentliches Faß wegen aufzumachen. Aber wahrscheinlich ist mir dass dann nächsten Monat eh egal und ich habe ich wieder viel wichtigere Dinge zu tun, um mich deswegen aufzuregen…