Richterfenster

Gerhard Richter ist schon seit vielen Jahren einer meiner absoluten Lieblingskünstler. Ich war ziemlich überrascht, das ich vor ein paar Tagen ausgerechnet durch Boing Boing erfahren habe, das Richter ein Fenster für den Dom gestaltet hat. Das 113 m² grosse Südportal-Fenster besteht aus 11500 farbigen Glasquadraten und erinnern mich thematisch sehr an viele BIlder Richters, die mit medienbedingten Verfremdungen arbeiten. Mein erster Gedanke dazu war natürlich, in wieweit das Motiv mit der Frage nach absoluter Wahrheit spielt. Es ist ja umringt von den üblichen Heiligend und Jesus-Darstellungen, und Pixel lassen sich nur aus geringer Distanz erkennen – Kommt man also der Wahrheit näher, in dem man die Distanz verringer? Oder öffnet sich nur ein weiterer Raum, der keine Antworten, sondern nur weitere Fragen produziert? Löst sich Wahrheit auf, wenn man ihr zu nahe kommt? Kann Wahrheit nur existieren, wenn man ihr eben den Raum zugesteht, indem sie funktionieren kann?

Ich freue mich schon, mal wieder in den Dom zu gehen, wenn ich wieder in Köln bin:

Richterfenster



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