The Ring

Neulich übrigens „The Ring“ gesehen (das remake) und vermutet, dass diese ganzen Drehbuchschreiber in Hollywood alle langsam anfangen, Lacan zu lesen. Ich verwette meine Hitchcock-DVDs, dass Zizek sich da irgendwo mal zu geäussert hat, andererseits könnte ihm das ja auch schon fast zu offensichtlich sein.

Die Eltern laden eine zweifache symbolische Schuld auch sich, indem sie unrechtmäßig ein Kind adoptieren UND es ermorden; in den Visionen des Kindes kommt als Freudsche Wiederkehr des Verdrängten die 1. Schuld wieder; die Eltern ermoden das Mädchen, welches sich wiederum in dem Video-Band ein Objekt klein a sucht, um die Schuld zu tilgen.

Sehr schön ist das stupide Geniesen herausgearbeitet, das erst realisiert werden kann, weil die beiden Reporter glauben, die hätten die symbolische Schuld durch die endliche Bestattung des Kindes getilgt. Da hier aber eine doppelte Schuld vorliegt, ist die angebliche Tilgung nur Voraussetzung für das Geniessen des toten Kindes, das „niemals aufhören wird“. Total dämlich wird der Film, das das Kind aus dem Fernseher steigt und den einen Reporter ermordet, denn hier werden Realität und das Reale vermischt, was nicht funktioniert. Das Reale kann lediglich einen kristallisationspunkt in der Realität bilden, was durch das Auftauchen des Videobandes geschieht, aber die beiden Sphären können niemals ineinander übergehen.

Schlussenlich die Perpetuierung des Schuldig-Werdens durch Das weiterkopieren des Bandes duch die Reporterin, die damit sich und ihr Kind schützen will. Wie also die Reporterin das Gabnd kopiert, so kopiert sie auch das Schuldigwerden der Eltern des toten Kindes.

Geht man eine Eben höher könnte man sogar das Kind als Objekt klein a sehen… Vielleicht kann man sogar soweit gehen uns sagen: Dadurch, das die Mutter um alles in der Welt ein Kind wollte, also das „Geniessen“ der Einhaltung der moralischen Pflicht vorzog, hat sie das Kind erst „böse gemacht“, die (in diesem Falle) nicht symbolisierbare Schuld manifestiert sich eben in dem Charakter des Kindes, welches in diesem Sinne – wie im letzten Satz ja angedeutet – selbst zum Objekt klein a wird, also zum Kristallisationspunkt des Realen, um den sich die Realität gruppiert.

Um mal David Bowman zu zitieren: „Mein Gott… es ist voller kleiner a’s!“



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