Brother, my cup is empty

Wenn es etwas gibt, womit man mich ohne weiteres Ködern kann, dann mit Versprechen auf eine engere Beziehung zu Gott. Ich hatte ja neulich einige Podcasts eines sehr konservativen australischen Predigers namens Andrew Strom gehört, dessen Sicht auf die Dinge ich nicht unbedigt zur Gänze teile, der aber einige interessante Ansätze hat.

In seiner „Revival School“ geht er davon aus, das der unmittelbare Zugang zu Gott durch unvergebene Sünde behindert wird, und das es Möglich sei, einen Umgang mit Gott zu haben, der dem abendlichen „Wandeln Gottes und Adams im Garten Eden“ in nichts nachsteht. Er wundere sich, wenn Gebete überhaupt bei Gott ankommen, so man nicht frei von Sünde sei, und ist sich darüber hinaus auch sicher, das man nichts unrechtes mehr tun wird, wenn man Gott gebeten hat – und das ist sein Hauptpunkt – einem die Dinge zu zeigen, die einen von Gott trennen.

Ich weiss nicht, ob ich Gott schonmal explizit darum gebeten habe. Sollte es wirklich nur daran liegen, dass ich trotz aller Nähe, die ich zu ihm empfinde, diesen direkten Austausch, von dem ja auch Storch spricht, nicht habe, dann will ich das natürlich gerne tun, auch wenn ich beweifle, das meine Karriere als Experte im Scheisse-Bauen damit gänzlich beendet ist, aber nun gut. Dieser Nebeneffekt wäre ja nicht der Schlechteste.

Nachdem ich Gott darum gebeten habe, mir zu zeigen, was uns voneinander trennt, passierte erstmal nicht viel, im Gegensatz zu den Zeugnissen auf Herrn Storms website. (aber das scheint bei mir immer so zu sein, ich erinnere mich da gerne an das sog. „Soaking“, was bei mir auch nicht funktionierte). Trotzdem hatte ich den ganz leisen Eindruck, das es evtl der Alkohol sein könnte, der hier unter vielleicht auch anderem zur Diskussion stehen könnte.

Ich trinke übrigens gerne. Und viel. Und das schon lange. Ich habe damit bislang keine Probleme, da ich für physische Süchte nicht anfällig zu sein scheine. So macht es mir auch nichts aus, auf Bier u.ä. zu verzichten. Ich bin sehr selten betrunken, mag aber das Gefühl, nicht mehr nüchtern zu sein, sehr. Seit Montag nun hat kein Tropfen Alkohol meine Lippen passiert, und immerhin habe ich bislang täglich eine sehr gute Zeit mit Gott. Ob das wirklich damit zusammenhängt, weiss ich nicht. Jedenfalls ist das Klassenziel noch nicht erreicht; wahrscheinlich gibt es noch einiges anderes, das zwischen mir und Gott steht.

In diesem Zuge kann ich übrigens auch eine gewisse Reife an mir selber konstatieren. Ich finde die Predigten des Herrn Storm nämlich eigentlich schrecklich. Seine Art, die Beziehung zu Gott als etwas komplett freudloses und todernstes zu beschreiben, erinnert mich sehr an die alten Baptistenprediger aus meiner alten Kirche, die sich natürlich auch geweigert haben, Mikrofone zu benutzen und die mit den Fäusten in der Luft das Endgericht beschworen haben. Früher wäre es mir nicht Möglich gewesen, die guten Ideen solcher Predigten zu goutieren, aber mittlerweile scheine ich ganz gut sieben zu können, was ich mal als „Reife“ interpretiere.



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