Keith Green

Musik ist für mich ja ein ganz schwieriges Thema. Ich habe oft darüber nachgedacht, warum Musik mir gefällt (über das Thema: „Musik, die mir nicht gefällt“ könnte ich ein Bibliothek vollschreiben), aber da sind Kriterien einfach extrem schwer zu definieren. Eigentlich hat sich nur eines dauerhaft herauskristallisiert: Es ist mir wichtig, das Musik authentisch ist.

Als wiedergeborener Poststrukturalist bin ich mir natürlich bewusst, das es Authentizität nicht gibt, aber ich meine das eher in der Hinsicht, dass damit kein anderer Zweck verfolgt und die Musik damit instrumentalisiert wird. Demzufolge gibt es für mich natürlich per definitionem keine gute religiöse Musik, aber bei näherem Hinschauen ist das so einfach nicht.

Dieses Wochenende habe ich mal geschaut, was ich denn eigentlich noch so an Alben habe, denn damals, als ich noch ein der Jugendgruppe aktiv war (so vor 60 Jahren…) gab es tatsächlich ein paar Sachen, die mich vielleicht weniger begeistert als näher zu Gott gebracht haben. Neben einer grenzwertigen, aber doch irgendwie inspirierten Platte von Amy Grant („Age to age“ von 1982) fiel mir dann eigentlich nur noch Keith Green ein.

An den hatte ich bestimmt seit 10 Jahren nicht mehr gedacht, und da ich keine Tapes o.ä. mehr von ihm hatte, habe ich mir bei iTunes eine Best Of gekauft.
Die Songs sind natürlich allein von der Produktion sehr in ihrer Zeit zu sehen, aber teilweise schon ziemlich klasse, aber was mich vor allem für ihn einnimmt, ist die Art wie er singt. Ich glaube, ich kennen niemanden, der ein dermaßen überzeugender Sänger war oder ist. Ihm glaube ich wirklich jede einzelne Silbe; allein in seinem Signature Song „Asleep in the light“ steckt mehr Herzblut, als in der gesamten Karriere manch anderer.

In dieser Hinsicht relativiert sich natürlich auch die leidige Authentizitätsfrage. Viel glaubwürdiger kanns wohl kaum noch werden.

Witzigerweise bin ich gestern zufällig auf einem blog, der ebenfalls über Keith Green geschrieben hat. Dort findet sich auch ein Video von ihm, in dem er zwar ein bißchen sehr aufdreht, but you get the picture.

Übrigens finde ich, das Keith Green und Bob Ross gute Kandidaten für die „seperated at birth“-Serie wären. Und sei es nur wegen der Haare…



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