Der älteste Bruder meiner besten Freundin ist heute Nacht mit 42 Jahren gestorben. Man hatte zuerst eine Lungenentzündung vermutet und ihn deswegen auch im Krankenhaus behandelt; heute morgen fand man ihn tot in seinem Bett. Die Ursache ist unbekannt, er muss erst obduziert werden.

Ich kannte ihn nur flüchtig, aber S. hatte immer viel von ihm erzählt. Sie sagte heute am Telefon, dass sie ich nie Sorgen um ihn gemacht hat, weil er immer so stark und selbständig wirkte. Sie ist gut mit seiner 13-jährigen Tochter befreundet, die mit ihrer Mutter in Afrika lebt. Seine Tochter sollte eigentlich Ende diesen Jahres nach Deutschland zurückkommen, um bei ihm zu leben; sie hatten wohl eine aussergewöhnlich starke Bindung.

Ich weiss nicht, das ist alles so grotesk. Der Tod sollte so etwas normales sein, und ist doch immer wieder die absolute Genzerfahrung. Früher habe ich mich immer gefragt, was wohl die richtigen Worte seien, mittlerweile glaube ich zu wissen, das die Sprache in diesem Falle vielleicht nicht das richtige Kommunikationsmittel ist. Obwohl wir nie viel miteinander zu tun hatte und ich ihn noch nicht mal sehr mag , war S’s Vater damals bei der Beerdigung meiner Mutter, was ich ihm niemals vergessen werde.

Wenn es irgend möglich ist, werde ich diesmal ebenfalls da sein.



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