Saddam und die Todesstrafe

Die Hinrichtung von Saddam Hussein erinnerte mich an meinen Lieblings-Comedian Bill Hicks, der sich in einem seiner Programme gefragt hatte, warum es Christen gibt, die vor Gefängnissen für die Todesstrafe protestieren und darauf mit dem Satz antwortete: „I didn’t knew „Thou shalt not kill“ came with a footnote“.

Das einzig Interessante an der Saddam-Hinrichtung war für mich der Ort des Geschehens. Während die USA ihre mitunter vermeintlichen Kapitalverbrecher ja in Räumen ermordet, die durch ihre Ausstattung etwas „offizielles“ und somit auch rechtfertigendes haben, hat der Irak seinen Saddam in irgendeinem hässlichen Drecksloch über die Klinge springen lassen, und das zu allem Überfluss auch noch von Hobby-Henkern in schlechtsitzenden Lederjacken. Und dokumentiert wurde es mit einem Photo-Handy (!).

Man sieht also wieder aufs Neue: Alles show, alles zusammengelogen. Die Iraker haben der staatlich angeordneten Todesstrafe wieder den Ort zugewiesen, der einem Mord – gleich an wem – zusteht: Ein hässliches Drecksloch.

John H. von The Confessing Evangelical hat einen Post über die biblischen Grundlagen der Todesstrafe geschrieben, den ich, trotz seiner leichten Wirrniss, für lesenswert halte. Er beschreibt die Inkosistenz der Rechtfertigungen aus dem alten Testament heraus, und hinterfragt auch Römer 13, wobei ich mich immer wundere. wie naiv man sein muss, um dieses Kapitel als Rechtfertigung jeglicher staatlicher Intervention zu lesen.

(via)



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