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Gestern war ich das dritte Mal beim icf und habe gemerkt, das diese Gemeinde doch nicht das beinhaltet, was ich suche.

Obwohl ich bei den ersten beiden Malen mit Leute gesprochen habe, ist es mir nicht gelungen, darüber irgendeinen persönlichen Kontakt aufzubauen. Ich war ja (mit einer Ausnahme) noch nie in der Situation, neu in eine Gemeinde zu kommen und niemanden zu kennen, daher ist es interessant zu sehen, wie das verläuft. Ich denke, es ist wichtig, neue Besucher sofort anderen Leute vorzustellen und in eine kleine Gruppe zu integrieren. Da bilden sich dann wohl am schnellsten Sympathien heraus, auf die aufgebaut werden kann. Das dritte mal in die Kirche zu kommen und immer noch niemanden zu kennen unterminiert sämtliche Missionsversuche.

Trotzdem ich die Gottesdienste beim icf erfrischend fand, sind sie in ihrer Struktur m.E. noch konservativer, als ich es von den Methodisten kenne. Denn es gibt nur 2 Programmpunkte: Liedersingen, Predigt, das wars. Zwischendurch sagt noch ein Moderator/eine Moderatorin irgendwas, aber letztendlich sind nur die Band und der Pastor beteiligt. Genau das hat mich ja eigentlich immer gestört, das die Gemeinde nicht in den Gottestdienst eingebunden ist. Warum erzählt z.B. niemand, was er in der letzten zeit mit Gott erlebt hat? Oder trägt irgendwas vor, das ihm wichtig war? Wo sind die Gaben wie Prophetie und meinethalben auch das Zungengebet, von denen Paulus spricht?

Ich finde auch, dass eine gewisse Dynamik bei Gottesdiensten vorhanden sein muss. Und die finde ich hier auch nicht, denn alles ist auf einem hohen Energielevel und kommt nie richtig runter. Unter den Songs finden sich zwar auch ruhigere, aber danach kommt direkt wieder etwas schnelleres, so daß die Grundstimmung immer Richtung Party geht.

Was auch auf die Predigten zutrifft. Ich mag es ja eigentlich, wenn Leute ungezwungen und nicht hinter einer Kanzel predigen, aber daraus abzuleiten, das man neben der Form die Rhetorik genauso vergessen kann, ist schlicht falsch. Ich denke, wenn jemand möchte, das der Inhalt seiner Predigt ankommt, muss er sich einfach rhetorischen Regeln beugen und kann nicht davon ausgehen, dass das schon irgendwie rüber kommt, Hauptsache, man ist irgendwie voll locker. Tut es nicht. Der Aufbau einer Rede ist nicht unwichtiger als der eines Textes; und ähnliche Qualitätskriterien lassen sich an beide anlegen. Bis auf den Pastor scheint das dort niemand so zu sehen, obwohl die anderen beiden Theologie studieren.

Ich wünsche dem icf alles erdenklich gute und hoffe, dass sie bald in grössere Räumlichkeiten umziehen können. Aber an ein paar Dingen könnten sie noch arbeiten.


The bottom line – you shouldn’t be gay!

„One of the most dangerous ways homosexuality invades family life is through popular music. Parents should keep careful watch over their children’s listening habits, especially in this Internet Age of MP3 piracy.“

Bands to watch out for


God hates fags

„God hates fags“

Von dem selben freak wie die Band-Liste unten. Allerdings bin ich mir mittlerweile nicht mehr sicher, ob das wirklich ernst gemeint ist…

Nachtrag III: Donnie Davies ist der Schauspieler Joel Oglesby.

Nachtrag II: Hier ein Videocast von Donnier von gestern

Nachtrag: Die wahre Identität von Donnie Davies scheint derzeit recht intensiv diskutiert zu werden. Obwohl es wenig gibt, das ich fundamentalistischen Amerikanern nicht zutraue, wird das Video wohl doch Satire zu sein. Aber gut gemacht. Obwohl er das bestreitet, scheint ein Mitglied von Bobby Conn der Urheber zu sein… Mal sehen, welche Kreise das noch zieht. Sogar Andrew Sullivan hat schon über ihn gebloggt.


Say it like you would mean it.

Fono hat sich gestern gefragt, in wie weit eine Entlassung der letzten RAF-Terroristen mit Bedingungen verknüpft sein sollte. Überhaupt scheint das bei fast allen Kommentaren zu diesem Thema ein Rolle zu spielen: Man verlangt – wenn schon keine Entschuldigung, dann zumindest „Reue“ oder eine „Distanzierung“.

Im gestrigen Spreeblick-Podcast stellte Tanja dazu die Frage, ob sich denn Verbrecher wie Ackermann oder Hartz für ihre Taten „entschuldigen“ oder zumindest „distanzieren“ würden. Johnny meinte dazu, dass das ja genau der Punkt sei: Die würden sich ständig entschuldigen und distanzieren, denn dies diene im Prinzip als „Abrakadabra“ für die Weiterbeschäftigung; die Entschuldigungen seien also reine Lippenbekenntnisse ohne jeden Wert.

Und ich muss ihm da recht geben. Seit langem schon frage ich mich angesichts der ewigen Politikerlügen, den Talkshowgästen, die bezahlt werden, um absonderliche Meinungen zu vertreten, dem ständigen Sturm von Bullshit, dem man ausgesetzt ist, wie man eigentlich noch von soetwas wie „Wahrhaftigheit“ in der medialen Übersetzung ausgehen kann. „Talk is cheap“, sagt der Amerikaner dazu und meint genau das: Warum sollte das, was ich denke, kongruent sein mit dem, was ich sage? Helmut Kohl hat das Prinzip ja auch erfolgreich verfolgt: Ab einer bestimmten Fallhöhe kann man meistens davon ausgehen, dass man nur lange genug warten muss, bis sich keiner mehr recht daran erinnert. Um dann um so schlimmer weiterzumachen.

Peter Hartz ist das jüngste Beispiel und zeigt, dass sich sogar die Justiz daran beteiligt. Er hatte sich noch nicht mal entschuldigen müssen, bei ihm wie bei Josef Ackermann reicht Geld, um sich als erwiesene Verbrecher von der Strafe freikaufen zu können. Und von Ex-RAF-Leuten verlangt man „Reue“. Das jemand wie Jenninger, der alleine aufgrund von missglückten Betonungen bei einer öffentlichen Rede den Hut nimmt und auch nicht wieder kandidiert, scheint heutzutage so dumm wie unbegreiflich.

Auch die nun Mögliche „Überwachung“ von Prominenten mittlers Handy-Kameras hat bis auf Kramer und diesem Abgeordneten aud den USA bislang keine Opfer gebracht, denn so dumm, etwaige unpopuläre Meinungen tatsächlich zu äussern, dürften nur die wenigsten sein. Dafür schlagen die Politiker ja auch jetzt mit massiven Einschränkungen der Staatsbürgerrechte zurück und begründen dies auch wieder mit Bullshit, den sie sich für ihre Zwecke zurechtgelegt haben.

Für mich stellt sich die „öffentliche Äusserung“ mittlerweile nahezu immer als komplett inszeniertes und zweckgebundenes „bla“ dar, egal, ob bei der Travestie einer politischen Talkshow namens „Christiansen“ oder sonstwo im öffentlichen Raum. Es geht immer darum, etwas zu verkaufen, und wenn es nur die eigene Meinung ist.

Bedauerlicherweise gibt es das auch bei Kirchen. Vor einiger Zeit habe ich bei riverofgod eine Seite über sog, „soaking“ gefunden, das wohl eine Art Marketing-Idee der Toronto Airport Christian Fellowship zu sein scheint. In Volume 11 – Issue 5 „Soaking in God’s Glory“ ihrer online-Zeitung wird behauptet, das Soaking das neue Ding ist, wie toll es ist, das jeder Christ es machen muss u.s.w. Gegen Ende wird dann undezent darauf hingewiesen, dass man diese Gabe Gottest ja zum Preis von 300 Dollar bei Seminaren lernen kann, und natürlich kann man für weites Geld auchnoch anderen „Soaking“-Krempel kaufen. Sehr geschäftstüchtig, Leuten für etwas viel Geld abzuknöpfen, über das man vorher behauptet hat, es sein ein Geschenk von Gott.

Analog zu Richard Beck’s Wunsch nach eine „Bullshit-freien Kirche“ würde ich mir zumindest Wünschen, das Christen in diesem Bereich eine grosse Sensibilität an den Tag legen und von vornherein klar machen würden, das es beim Christentum nicht um irgendeine austauschbare Weltanschauung geht, sondern um Jesus, und das hier nichts vertickt werden soll. Der Zugang zum Glauben muss so billig und niederschwellig sein wie nur irgendwie möglich.

Keith Green hat seine Alben verschenkt. Was die Berliner Gemeinde auf dem Weg sich dabei denkt, für eine MP3-Predigt 2 Euro zu verlangen, verstehen wohl nur sie allein.


Ewald F., Düsseldorf: Es wollte und wollte nicht klappen. Ich habe mich – mit meinen 22 Jahren – so sehr nach einer Freundin gesehnt. Aber meine Pickel haben alle Mädchen abgestoßen. Ein Kamerad beim Bund hatte mir aber schon von dem Friedenskreuz und Don Antonio erzählt. Doch hatte ich ihm kein Wort geglaubt. Auch wenn das Kreuz das er ständig trug, recht hübsch anzusehen war.

Dann, endlich, habe ich keinen anderen Ausweg mehr gewusst, habe mich auf seinen Ratschlag besonnen und das Friedenskreuz gekauft. Nach einer Woche waren die Pickel wie weggeblasen. Ich habe eine Ausstrahlung bekommen, die die Mädchen nun wie magisch anzieht. Aber natürlich habe ich mich für eine entschieden, mit der ich eine Familie gründen will. Ich bin rundum zufrieden und glücklich.


Praise-r-cise


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Bill and Sue present Jesus


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