Kein Henry

Mai 29, 2008 at 2:23 (Uncategorized)

So schnell kanns gehen: Aus für mich nur schwer nachvollziehbaren Gründen möchte Henry Reyels zukünftig auf meine musikalische Mithilfe verzichten. Wundert euch also nicht, wenn hier keine diesbezüglichen Werbepostings mehr erscheinen. Die weitere Karriere dieser Band kann hier verfolgt werden. Ich wünsche von Herzen alles Gute…

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Die Sprache

Mai 29, 2008 at 9:57 (Uncategorized)

Seit einiger Zeit wird es mir immer wichtiger, eine neue Sprache für meinen Glauben zu finden. Obwohl (post)strukturalitisch geschult habe ich bislang nicht reflektiert, warum das für mich so zentral geworden ist. Ich bin ja grosser Lacan-Fan und neige dazu, seine Meinung zu teilen, wenn er sagt, dass das Unterbewußte wie eine Sprache strukturiert sei. Pete Rollins hat das (mal wieder) schön auf den Punkt gebracht:

„The real choice to be made is thus not between staying or going from a particular church. Rather it is a meta-choice concerning whether I continue to interact with the linguistic system that sustains the church or step into an unknown space outside that linguistic system.“

Das ist natürlich nicht ganz einfach bei einem Buch-zentrierten System, und wenn man bedenkt, dass mit diesem Buch meine Sprache normiert wurde, erscheint das als kaum zu bewältigen. Aber ich glaube, es gibt keinen anderen Weg, wenn man es ernst meint mit der Absicht, die Geschichte von Jesus ernsthaft für eine postmoderne, westeuropäische, urbane Umwelt des 21. Jhdt relevant zu machen. Vielleicht ist es wie mit einem Gedicht: Die Worte bestimmen die ausgelösten Assoziationsketten und Referenzen, und auch der „Sinn“ (so er sich denn überhaupt konstituieren lässt) erfährt dadurch eine Änderung, obwohl er mit anderen Worten einen ähnlichen Ausdruck fände. Genauso ist meine aktuelle Lebenswelt mit einer Sprache, die bis zu 500 Jahre alt ist, nicht mehr adäquat abzubilden, und diese ist somit auch nicht fähig, meine Spiritualität zu symbolisieren.

Es geht natürlich nicht darum, jetzt einfach andere Begriffe für die selben Ideen zu finden (obwohl das schonmal ein Anfang wäre). Nein, Dinge wie z.B. ‘Sünde’, „Kirche’ und „Reich Gottes’ brauchen eine Generalüberholung in Bedeutung und Ausdruck. Ich frage mich, ob ich vielleicht auch aufhören sollte, mich als „Christ“ zu sehen. Nicht, weil das etwas Schlechtes wäre und ich mich von meinen Altvorderen distanzieren möchte (was allerdings ein Bedürfnis ist, das ich nur allzugut kenne), sondern weil der Begriff mittlerweile Dinge evoziert, zu denen ich keinen Bezug mehr habe.
Eine Alternative habe ich noch nicht gefunden, aber ich habe Zeit. Und genauso, wie ich nicht zu allem eine Meinung haben muss, brauche ich vielleicht auch nicht zu allem einen Begriff.

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Willard Grant Conspiracy + Howe Gelb

Mai 26, 2008 at 9:42 (Uncategorized)

Letzten Donnerstag mit ganz vielen extra angereisten Glitterhäuslern im Babylon gewesen, denn Robert Fisher führte sein Opus Magnum „The Pilgrim Road“ mit Orchester auf. Für eine ziemlich „kleine“ Band wie Willard Grant ist das natürlich eine Unternehmung, die jegliches finanzielles und zeitliches Budget sprengt, und ich denke, Robert wird sich bewusst sein, dass man sowas – wenn überhaupt – nur einmal macht. Aber jede Sekunde und jeder Penny, der da rein geflossen ist, hat sich voll gelohnt.

„Als „Vorgruppe“ trat Howe Gelb mit einem Bassisten (und Tom King am Schlagzeug für die letzten beiden Stücke) auf. Howes Konzerte sind ja in den seltesten Fällen kohärente Veranstaltungen, und so fing er diesmal mit 2 (ausgespielten) Lounge-Jazz-Stücken am Klavier an, brach dann weitere Stücke ab mit der Bemerkung, die seien wohl gerade gestorben, spielte dann etwas Gitarre und machte halt sein Ding. Das ist natürlich grossartig, aber das darf eben nur Howe Gelb.

Nach eine kurzen Pause ging es dann mit Robert und der extended Version der Willard Grant Conspiracy weiter. Neben einer Sängerin und dem erwähnten kleinen Orchester (2 Bläser, Chello, Viola, Kontrabass, Schlagzeug, Flügel, Keyboards) spielte auch Chris Eckman von den Walkabouts mit, was dem ganzen noch eine gwisse „sonische“ Qualiät verlieh. Um es mal ganz kurz zu machen: Das war der Hammer. Ich halte Fisher ja eh für einen begnadeten Songschreiber, und dieses Talent wird eigentlich nur von seinem Bariton übertroffen, der mich wirklich immer wieder begeistert. Auf den Alben kommt das leider alles nicht auch nur annährend so rüber wie live. Für diesen Mann scheint das Singen wie das Atmen für unsereins.

Sechs Jahre hat er an „Pilgrim Road“ gearbeitet und die Songs auch gleich für ein Orchester geschrieben. Ich würde mal behauptet, dieses Album vertreibt niemand mehr aus meinen persönlichen Top 3 dieses Jahr. Und obwohl die Stücke recht „werkgetreu“ aufgeführt wurden, war es keine Sekunde langweilig, denn gerade ein Orchester macht live schon einen grossen Unterschied.

Anfang hatte ich Befürchtungen, dass die ganze Geschichte etwas zu „sakral“ und bedächtig werden könnte, das die hat Robert durch seine Zwischendurcherzählungen und Anekdoten schnell zerstreut.

Hier ein kleines Video, das dem Abend aber nicht ansatzweise gerecht wird.

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The Evangelist

Mai 20, 2008 at 9:23 (Uncategorized)

Seit ein paar Jahren wird es mir langsam klar, dass meine Hipster-Zeit bald endgültig gegessen sein wird. Ich finde 90% aller neuen Bands todlangweilig und erst neulich habe ich mit meiner besten Feundin Tina darüber gesprochen, welche Vorteile es doch hat, nicht mehr so jung zu sein. Wir waren bei einer Vernissage und es spielte eine Band, deren Mitglieder alle so um die 20 waren. Verschüchtert zu sein, alles falsch zu machen und zu glauben, alles gerade erfunden zu haben kann ja ganz niedlich sein, aber weisse Oberhemden tragen zu dürfen muss man sich auch erst verdienen, Son!

Also bin ich dankbar für Menschen, die ein bestimmtes Alter erreichtt haben und dennoch Musik machen. Im Falle von Robert Forster muss ich sogar feststellen, dass meine Welt eine schlechtere wäre, hätte er sich nach dem Tod von Grant McLennan nicht wieder nach London ins Studio begeben. Heraus kam er mit „The Evangelist“ und ich denke, das Album kann locker neben den besten Go-Betweens-Arbeiten bestehen. Zentrales Stück ist natürlich „Demon Days“, welches zum Großteil noch von McLennan geschrieben wurde. Ich erinnere mich noch gut an ein Gespräch mit Chris Eckman vor 2 Jahren, wie erschüttert er über den Tod von Grant war, die beiden Bands waren wohl recht eng befreundet.

Hier gibt es ein Interview mit Robert Forster und das Beste: Am 4.10. spielt er in der Passionskirche!

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Trucker Frank

Mai 20, 2008 at 1:55 (Uncategorized)

Beim Sämann habe ich heute morgen einen Hinweis auf das neue Buch von Tony Jones gefunden, „The New Christians“ heisst es und Jones hat eine Reihe kleiner Videos mit der Hauptperson des Buches, „Trucker Frank“, gedreht. Ich finde alle sehr sehenswert (5 Stück gibt es mittlerweile) und werde mir sicherlich auch mal sein Buch kaufen, wenn der momentane Stapel abgelesen ist…

Das gab mir zu denken: „It’s easier to start something new than go back to try to fix something, and especially fix something that doesn’t think it’s broken.“.

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morning dew

Mai 19, 2008 at 10:20 (Uncategorized)

Beim Gottesdienst am Samstag bot der Pastor für den kommenden Tag eine Einführung in die lectio divina an. Leider konnte ich nicht teilnehmen, aber heute morgen fand ich das auf der website vorgestellte Konzept recht hilfreich. Grundsätzlich beschreibt es das, was ich eh immer morgens mache, aber lange nicht so bewusst und reflektiert. Ausserdem habe ich mein Komboloy wiedergefunden, das mir Julia vor ca. 18 Jahren mal aus Griechenland mitgebracht hat. Das Abzählen der Perlen hilft mir ungemein bei der Konzentration beim beten (das war, glaube ich, ein Tip von Christina Brudereck).

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Horst Evers

Mai 19, 2008 at 8:31 (Uncategorized)

Gestern abend waren der Keks und ich bei Horst Evers in der A-Lounge (übrigens einer geschmackstechnischen 90ger-Jahre Hinrichtung erster Güte). Witzeerzähler (respektive Comedians) ertrage ich ja normalerweise überhaupt nicht, und der Begriff „Kleinkunst“ lässt mich stante pede aufs Klo rennen. Eigentlich finde ich nur Horst Evers lustig, das aber ziemlich. Leider gabs auf DuRöhre nichts, was dem gestrigen Abend auch nur ansatzweise gleich gekommen wäre. Daher: Selber Radio Eins höre und Karten gewinnen oder die CD „Mehr vom Tag“ kaufen. Und miterleben, wie ein Mann am Alltag scheitert.

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Einfalt freihalten

Mai 16, 2008 at 4:02 (Uncategorized)

Früher habe ich immer über die Jungs gelacht, die Jesus so um sich hatte. Je länger ich Christ bin, desto mehr merke ich, dass ich noch einfältiger und ahnungloser bin, als sie es waren.

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Relax.

Mai 15, 2008 at 10:56 (Uncategorized)

„So… pastors relax! It is wise for pastors to resist pressures to be something they are not. Come unto me all you who are weary and heavy laden and I will give you rest! Pastors: rest! No longer comply to what others think you should be or what you yourself think you should be. You’ve been called just as you are to be exactly who you are. Relax. Rest in that.

Pastors, conversely: let your people relax. Let them rest. Do not ask them to be something they are not. Resist shaping them. Relieve them of all expectations. Let them come in and go out and find pasture. Do not make them more weary than they are. Do not lay one demand on their shoulders. They have divine permission to gather just as they are. Do not try to manipulate them into what you think they should be or what your tradition thinks they should be. Let them relax.“
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Da hinten wird’s hell!

Mai 15, 2008 at 4:02 (Uncategorized)

Man, das waren wirklich sehr intensive anderthalb Wochen, und allein über die beiden Wochenenden könnte ich jeweils ein Buch schreiben. Alles in allem war es wirklich sehr schön, obwohl ich den Eindruck habe, mit dem Verarbeiten nicht recht nachzukommen. Vielleicht erstmal ein paar Sätze zum (meinem 11.) Orange Blossom Special Festival, bei dem ich seit letztem Montag gearbeitet habe. Die auffälligste Neuerung in diesem Jahr war natürlich das Wetter; bis auf das OBS 9 gab es noch kein Jahr ohne Regen, und selbst beim neuten standen viele Wolken den Sonnenstrahlen im Weg. Diesmal aber nicht – schon in der Aufbau-Woche brauchte man Sonnenmilch und es wurde jeden Tag wärmer.

Mit am schönsten war wie immer das Wiedersehen mit alten Freunden und Bekannten. Letztes Jahr konnte ich ja nicht zur Weihnachtsfeier kommen, was den Abstand natürlich um so grösser machte.
So richtig angefangen hat es schon am Donnerstag Abend mit der Aufwärmparty im Stadtkrug. Stefan Maelck hat aus seinem aktuellen Hank Meyer Roman gelesen, der offenbar nicht weniger lustig als sein Vorgänger ist. Danach spielte WOLAM, die das Festival letztes Jahr eroeffnet haben, und wow, die haben sich ja enorm weiterentwickelt. Gute Band. Leider sind mit mir zusammen eigentlich fast alle ziemlich abgestuerzt, was das Arbeiten am Freitag etwas schwierig gestaltete…

Hier ein paar kurze Eindrücke zu den Bands:

Freitag, 09. Mai 2008

SIR SIMON
Diesmal wurde das OBS von einer Berliner Band namens Sir Simon Battle eröffnet, die eine Art Indiepop spielten (was bei mir mittlerweile als Schimpfwort gilt). Fand ich aber trotzdem sehr schön, da es viele originelle Ideen gab und die üblichen Engländer mal nicht kopiert wurden. Ausserdem waren alle sehr nett. Werde ich im Auge behalten. Vielleicht brauchen sie ja mal eine Pedal Steel…

THE AUDIENCE
Der Hammer. Wer sich noch an The Make Up erinnern kann, der bekommt eine Ahnung. Schade, dass ich mir keine CD von Ihnen gekauft habe, muss ich mal nachholen.

The Audience

THE VIOLENT YEARS
Von den Norwegern blieb mir eigentlich nur der Drummer im Gedächtnis, und das weniger aufgrund seiner musikalischen Leistung sondern allein durch die Tatsache, dass er das ganze Wochenende sturzbesoffenst durch das Festival stolperte und und ordentlich nervte.

GIRLS IN HAWAII
Bands mit Attitüde… Ich kann ja gut verstehen, warum man als Musiker manche Kompromisse nicht eingehen moechte, weil die Performance darunter leiden würde, aber vielleicht wäre es schlau, bei einem kleinen Festival mal einen Gang runterzuschalten. Allein der Rider war 26 Seiten lang…
Normalerweile spielen die Bands wegen Zeitdruck grösstenteils mit der gleichen (qualitativ exzellenten) Backline, aber die Girls wollten komplett über ihr eigenes Zeug spielen und so stand der komplette Keller voll mit GIH-Krempel. Naja. Musik ging so. Ein bisschen zu poppig für mich. Fand aber die Vocal-Loops sehr intererssant. Müsste ich wohl mal auf Platte hören.

Girls in Hawaii

Samstag, 10. Mai 2008

CLARA LUZIA
Aus Österreich. Ein bisschen wie Feist, nur etwas beschwingter. Nett, hat mich aber nicht gepackt.

SHOOTING JOHN
Obwohl ich die Platte letztes Jahr richtig gut fand, habe ich die irgendwie verpasst… Was habe ich da nur gemacht? Gegessen?

CUBA MISSOURI
Indierock. Ansonsten äussere ich mich da mal nicht zu.

RYKARDA PARASOL & THE TOWER RAVENS
Toll! Mein alter Kumpel Christian ist derzeit ihr Tourmanager, deshalb war gleich ein guter Draht zwischen der Band und mir da. Hatte Rykarda letztes Jahr Solo gesehen, was mich nicht so überzeugt hatte, aber mit dieser Combo (und vor allem mit Wymond, dem Gitarristen, musikalisch eine Mischung aus J Mascis und dem Typen von Steve Wynn) war sie um ganze Klassen besser. Tolle Stimme, erinnert mich an Siouxsie Sioux.

HYACINTH HOUSE
Ich bin nicht ganz unbeteiligt daran, dass ihre CD bei Glitterhouse rausgekommen ist, und ich mag die Band echt gerne. Ich kann ja auch verstehem, das man nervös ist vor einem Gig, aber Himmeldieberge, sowas habe ich selten gesehen. Die beste Szene: Der Sänger und Gitarrist kriegte sein Stimmgerät nicht zum laufen und sprang gute 2 Minuten auf der armen Kiste rum, bevor er sie dann kurzentschlossen mit dem baugleichen Modell der Chellistin austauschte, nach dem Motto: Welches Bandmitglied mag ich denn am wenigsten? Als die sich beschwerte und Rembert sich das Ding mal anguckte, war wohl keine Batterie drin… ahem. Konzert war aber trotzdem gut.

20:40 MICHAEL J. SHEEHY & THE HIRED MOURNERS
Klarer Gewinner des letzjähringen Festivals und heuer sah es auch kaum anders aus. Mehr in die Fresse, aber trotzdem mit Seele. Die Bassistin ist immer noch das Rock Chick of the year (schwarzer Gibson Thunderbird mit goldenen Saiten!) Und trinkfest.

22:30 SCOTT MATTHEW
Im Dezember habe ich ihn erstmalig im Berliner Babylon-Kino gesehen, wo er nach einer Shortbus-Vorführung spielte. Hat mich nicht so beeindruckt; ich fand, das alle Songs gleich klangen und er konnte auch nicht Ukulete spiele, da er aufgrund eines Überfalls in NY seine Hand noch in einer Schlinge trug.

Trotzdem habe ich mich in den nächsten Wochen dabei erwischt, mir ständig die Songs auf seiner myspace-Seite angehört zu haben. Im Februar kam er dann nochmal ins Babylon und da war es um mich geschehen. Ich sass die ganzen 90 Min. auf der Kante meines Sitzes und hing an seinen Lippen. Unglaublich nett ist er auch noch. Er trägt ja einen imposanten, schwarzen Bart und Rembert hatte vorher einige Fake-Bärte besorgt, die wir alle während der Umbaupause trugen. Wider einigen Befürchtungen war die Künstlerseele nicht beleidigt, er fand das sogar ziemlich lustig. Auch das Album dürfte schwerlich aus meinen Top 10 in diesem Jahr zu vertreiben sein. Bester Act für mich in
diesem Jahr und dieses Konzert, wenn es auch nicht so intim wie im Babylon neulich war, hat das nochmal bestärkt. Texte sind übrigens auch toll.

Reinhard und Rembert

Sonntag, 11. Mai 2008

12:30 MARY EPWORTH & THE JUBILEE BAND
An diesem Morgen habe ich höchstpersönlich den hangover erfunden und deswegen nur 3 Songs gesehen. Fand ich aber sehr schön. Die Musik auch.

14:00 GISBERT ZU KNYPHAUSEN
1000 Symphatiepunkte, aber ich glaube, ich kann mit dieser Art von sensirrbeler Nabelbetrachtung nichts mehr anfangen. Ohne Band klang er wie Reinhard Mey. Irrsinnig guter Drummer.

15:30 SCOUT NIBLETT
Auf die hatte ich mich schon sehr gefreut, da ich ein paar Songs ihres letzten Albums kannte. Kamen zu spät, weil ihr Navi ausgefallen war und sie sich (trotz des Namens!) verfahren hatten. Gingen also gleich auf die Bühne, Sie mit alter Jaguar und voll aufgedrehtem Twin Reverb, er mit unserem Gretsch-set unten auf der Bühne. Vom ersten Moment an dache ich, die „haben“ es – extrem dynamisch, teilweise sehr laut und intensiv aber immer etwas autistisch. Es gab allerings einen lustigen Moment, als sie „Any questions?“ in die Menge fragte und die erwartbaren bescheuerten Fragen brav beantwortete. Nach Matthew mein liebstes Konzert. Hat mich echt umgehauen.

17:00 HANK SHIZZOE & THE DIRECTORS
Was für ein Kontrast, doch bei aller Liebe: Dabei bin ich beinahe eingeschlafen. Klänge es nicht so despektierlich, würde ich es „Mucker-Rock“ nennen, aber es gibt ja Leute, die Gitarrensoli toll finden. Pause für mich, Spass für die anderen.

18:40 DEXTER JONES CIRCUS ORCHESTRA
Deren CD lief schon beim Aufbau ständig und mir gefiehl sie sehr gut. Live dann sogar noch besser, weil weniger „brav“. Whisbone Ash und so weiter, sowas traut sich keiner mehr heute. Waren richtig toll und hatten sogar interessantes zu erzählen. Men on a mission. CD gekauft.

20:20 THE GREAT CRUSADES
Tolle Typen, musikalisch konnte ich nie richtig viel mit ihnen anfangen. Tolle show, aber.

22:10 TIMESBOLD
Gefiel mir noch besser als auf Platte, da seine jammerige Stimme live nicht so deutlich rüberkam. Die Songs finde ich eigentlich alle gut (Old Hannah!), auch die Arrangements, aber diese Art zu singen ertrage ich nicht nur sehr dosiert, auch, wenn sich momentan viele auf die Robert-Smith-Schule beziehen. Ein toller Abschluss des OBS jedenfalls.

Timesbold

Was noch:

- Ein neuer Sponsor in diesem Jahr: Stark-Amps. Klangen wie angedickte Fenders, also sehr gut. Der „Präsident“ der Firma lief mit Hut und Hund durch die Gegend, ein Techniker wurde auch noch extra
eingeflogen. Alles ein etwas bizarrer Aufmarsch für so eine kleine Firma. Aber 1000 Dank für die tollen Crew-Shirts und die Pins und überhaupt. Ihr seid schon ganz schön cool.

- Kopfstützen beim Pissoir. Harnlassoptimierung auf allerhöchsten Niveau.

- Montag abend essen mit Eckman, Race und Brokaw. Haben viel von Mali erzählt. Die haben die beste Zeit ihres Leben auf Tour, glaube ich. Race hat ein Album einer Band aus Polen mitgebracht („Psycho-Path“, glaube ich), auf der eine gefesselte Frau in einer Blutlache liegt und ein Messer im Arsch hat. Wir sahen Parallelen zu „Smell The Glove“ und befanden, das Spinal Tap einfach ein Muss für jeden ist, der irgendwas mit Musik zu tun hat, denn sonst wirds leicht scheisse.

- Zwei neue Motti für das nächste OBS: „Schöne Männer und Weltfrieden“ (sehr gut) und: „Macht hinne, wir wollen in den Stadtkrug!“ (Even Better!)

- Dieses Jahr wurde grösstenteil LED-Licht eingesetzt, was mir überhaupt nicht gefiel, da es m.M. n. nicht zur Musik und zur Stimmung des OBS passt. Gerade das blaue Licht sah aus, alo ob jemand ein paar Neonröhren angeknipst hätte. Die immense Stromersparniss ist zwar ein gewichtiges Argument, aber die Dinger sind die Kondome der Sparte Licht in der Veranstaltungstechnik. Quasi.

- Muss man es sagen? Man muss. Der Sound war wie immer grossartig. Thx, Thorsten.

Ich denke, das war eines meiner liebsten OBS. Danke an Rembert, Vera, Karsten, Alex, Stefan, Christoph, Julia, Julia, Barbara, Melli, Nisa, Imme, Tacki, Florian, Phillip, Yannick, Thorsten, Eddie, den Monitormischer, „Simmon“, Friederike, Steffi, Anja, Anne, Basti, Archie, David, Frauke, Johannes, Jutta, Lutz, Ingolf, Marcel, Michael, Mike, Sarina, Sina, Uli und wen ich auch immer vergessen habe.

UPDATE: Ullrich Maurer hat auf Gästeliste.de schon den ersten Teil seines Konzertberichts veröffentlicht, inkl. Video

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