Ein Leben, 1927-2007

Oktober 29, 2007 at 12:08 (Uncategorized)

Seit Donnerstag war er in einer Reha-Klinik. Am Tag seines Transports hat mein Cousin ihn noch besucht und erzählt, dass er richtig wach war, ihn erkannt, seine Hand gedrückt und sogar versucht hat, zu sprechen. Heute morgen hatte er eine Blutung, man hat ihn noch mit einem Krankenwagen zu einem Hospital gefahren, doch den Transport hat er nicht mehr überlebt. Ich hätte ihn so gerne noch mal gesehen.

Wenn man soft genug auf einen Satz starrt, dann löst sich sein Sinn für gewöhnlich in Nichts auf. Ich habe den Satz „Mein Vater ist gestorben“ heute so oft gesprochen und geschrieben und warte immer noch darauf, dass sich mir seine Bedeutung erschliesst. Morgen früh fahre ich nach Köln, um die Beerdigung zu organisieren und die Wohnung aufzulösen und ich frage mich gerade, was wohl beschissener sein wird. Vielleicht wird mir sein Tod erst bewußt, wenn seine Wohnung nicht mehr da ist und es noch nicht mal mehr einen physischen Ort gibt, der mich mit ihm verbindet.

Die Dinge passieren, und Gott weiss es. Mehr kann ich gerade nicht an Trost aufbringen.

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Zu Besuch beim Motoki-Kollektiv in Köln

Oktober 18, 2007 at 11:30 (Emerging Church)

Neulich hatte Francis vom Bodenpersonal in einem Post auf das Motoki-Kollektiv aus Köln hingewiesen. Da ich ja derzeit in der Nähe bin, habe ich mich am Sonntag abend mit Francis und seiner Liebsten zum dortigen Abschluss-Gottesdienst ihrer „Goldener Oktober“-Woche verabredet.

Während dieser Zeit gab es in dem alten Ladenlokal in der Kölner Stammstr. neben anderen Aktionen ein 24/7-Prayer, Konzerte und verschiedene Installationen im Keller und im Lokal, die sich u.a. mit der Frage beschäftigten, was uns wertvoll ist – daher auch der Gold-Bezug.

Das Motoki-Kollektiv ist keine Gemeinde, sondern eher eine Gemeinschaft von Christen, die ihre eigenen Vorstellungen von Anbetung und Gottesdienst verwirklichen wollen, was ihnen auf absolut beeindruckende Weise gelingt. Derzeit gibt es zwar regelmäßige Treffen, aber keine Gottesdienste, und so war das Treffen am Sonntag abend, dem wir beiwohnen durften, schon eine Ausnahme.

Erwartungsgemäß passierte nicht viel von dem, was man sonst in einem Gottesdienst erwarten würde – es wurde nicht gebetet, und gesungen wurde auch nicht. Dafür haben 2 Leute „I’ve been looking for freedom“ von Hassel Daviidhoff gecovert (was eigentlich eine schöne Idee war, die sich m.E. allerdings noch besser hätte vermitteln können, wenn man den Song ernsthaft und nicht übertrieben ironisch gespielt hätte).Dann gab es eine Bildermeditiation, die aus Fotos von Dingen bestanden, die Leute aus dem Kollektiv als für sich wertvoll empfanden.

Anschliessend hat jemand dann noch eine Art „Predigt“ (wenn man so will) über diese Bilder und unser sowie das biblische Wert-Verständnis gehalten, die viele schöne Gedanken hatte.

Alles in allem ein wirklich schöner Abend; ich fand es nur etwas schade, dass die Leute offensichtlich lieber unter sich geblieben sind. Wir saßen etwas getrennt von den anderen an einem Tisch in der Nähe der Tür, aber es hat uns niemand angesprochen oder sich zu uns gesetzt. Dafür habe ich mich etwas mit der Frau unterhalten, die hinter der Theke stand und die sehr nett und offen war.

Vor allem hat mich beeindruckt, mit wieviel Liebe und Mühe an der Einrichtung und an dem 24/7 Gebetsraum gearbeitet wurde. Es gibt wohl 2 Designer in der Gruppe, die offensichtlich sehr genau wissen, was sie tun, und so wirkten die Räume sehr stylisch, aber nicht kalt.

Wenn ich bei Köln Leben würde, dann wäre ich sicheröich öfters mal da. Ich bin sehr gespannt, wie es mit dem Motoki-Kollektiv weitergeht.

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What’s going on

Oktober 14, 2007 at 1:17 (Uncategorized)

Vor drei Tagen hat mein Vater über Nacht Fieber bekommen. Ein Arzt hat einen Bauchwanddurchbruch disgnostiziert und und er wurde sofort vom CT in dem OP geschoben. Dort stellte man fest, dass er ein Loch im Magen hatte, durch das Keime in dem Bauch eingedrungen sind, die zu einer Bauchfellentzündung und dem Durchberuch geführt haben. Um die Naht nicht durch Husten z.B. zu gefähren, muss er jetzt wieder bin Montag narkotisiert bleiben, d.h. der Prozeß des Aufwachens verzögert sich und beginnt erstmal wieder von Neuem.

Ich merke, dass ich nach drei Wochen hier an meine Grenzen komme. Die ständige Fahrerei zur Intensivstation, nur um festzustellen, dass sich eigenlich kaum was gebessert hat oder es schlimmer geworden ist, die ständigen Schuldgefühle, weil ich mit meiner Arbeit hier nicht nachkomme und die Tatsache, dass ich meine Liebste sehr vermisse haben dazu geführt, dass ich mir ein Flugticket für Dienstag abend besorgt habe. (Bahn war zu teuer und zu unzuverlässig und für Mitfahrzentralenabenteuer bin ich zu alt). Ich freue mich wie blöd darauf, nach Hause zu kommen, und habe natürlich auch Schuldgefühle meinem Vater und meinem Bruder gegenüber, die ich jetzt hier alleine lasse. Aber da gibt es wohl keine eindeutig richtige Entscheidung. Notfalls kann ich ja wieder nach Köln fahren, es sind ja nur 600 Km.

Ich vermisse auch meine Gemeinde sehr. Letztes Wochenende hatten sie eine kleine Freizeit und ich hatte mich schon Monate voher darauf gefreut, einige von ihnen mal näher kennenzulernen und vielleicht ein bisschen mehr die „Vibes“ der Community kennenzulernen. Naja, war leider nicht Möglich. Beim nächsten Mal vielleicht.

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Schau an:

Oktober 11, 2007 at 2:20 (Uncategorized)

Egoload – Spontaner Idealist Egoload - Spontaner Idealist

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The Felice Brothers – Roll On Arte

Oktober 10, 2007 at 10:33 (Mooziq)

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the moon, the stars and the sun.

Oktober 9, 2007 at 9:37 (Uncategorized)

Im Radio läuft gerade diese fürchterliche Instant Karma-Version der noch unerträglicheren U2 und ich versuche, nicht an meinem Vater zu denken. Aber wie soll das gehen – seit zwei Wochen fahre ich täglich eine Stunde mit dem Bus nach Siegburg, um ihn für maximal zwei Stunden auf der Intensivstation besuchen zu können, und dann eine Stunde wieder zurück. Jeden Tag rufen mindestens 3 Leute an, um zu fragen, wie es ihm geht, was ich vom Prinzip her natürlich schön finde. Solange es langsam besser geht, macht mir das nichts aus. Aber wenn ich selber Angst habe, was wird denn dann von mir erwartet? Durchhalteparolen? Die Wahrheit? Aber was ist die Wahrheit? Schliesslich reime ich mir selber jeden Tag aus’s Neue zusammen, wie es ihm wohl geht.

Heute gibt es nichts Gutes zu berichten. Er schien wieder viel weiter weg zu sein, hat mich kaum angesehen und auch keinen Händedruck hingekriegt. In den letzten drei Tagen ist es so viel besser geworden, aber ihn heute zu sehen hat mich fertig gemacht. Er hat sich viel bewegt in seinem Bett, was eigentlich ein gutes Zeichen ist, aber seine Bewegungen erinnerten mich deutlichst an die meiner Mutter, nachdem sie ihre Schlaganfälle bekommen hatte. Der Arzt sagt, er habe eine Heparin-Unverträglichkeit (ein Blutverdünnungsmittel), was zu vielen kleinen Verschlüssen im Gehirn geführt haben könne. Der Neurologe will noch Untersuchungen machen, aber es könnte sein, dass er in einem Dämmerzustand bleibt, aus dem er nicht mehr aufwacht. Und als ich ihn heute da so liegen da, mit so wenig Bewußtsein hinter seinen Augen, da hatte ich ein sehr schlechtes Gefühl.

Die Frau, die mit ihm auf dem Zimmer liegt, hatte ähnliches, nur schlimmer: Sie hatte eine Allergie gehen Heparin, was zu einem Herzinfakt nach der Bypass-OP führte und ihr ging es sehr schlecht. Langsam berappelt sie sich wieder, und an manchen Tagen sieht es so aus, als ob die beiden ein morbides Wettrennen führen, wer denn wohl als erster aufwacht. Wenn überhaupt.

Ich musste mich heute sehr zusammenreissen, um im Kranlenhaus nicht einfach hemmungslos loszuheulen. Dabei weiss ich, dass Gott bei uns ist. Es beten so viele Leute für ihn, und ich fühle mich in meinem täglichen Gebetszeiten meist sehr geborgen. Ich muss an Storchs Heilungs-Serie denken und frage mich manchmal, ob ich Schuld daran sein könnte, wenn mein Vater nicht geheilt wird, weil ich irgendwas falsch gemacht habe – nicht genug geglaubt, nicht früher versucht, diese Gabe zu üben – irgendwas.

Ich muss jetzt ins Bett. And we all shine on.

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Da koofn wa nuscht!

Oktober 9, 2007 at 7:28 (Uncategorized)

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Zielgruppenorientierte Gottesdienste my ass.

Oktober 7, 2007 at 12:00 (Uncategorized)

Sitze gerade im Bonner Café Göttlich, in dem ich während meines Studiums damals immer verkehrte. Eben spielte sich folgender grossartiger Dialog mit der Bedienung ab:

Ich: „Ich hätte gerne noch ein Ei.“
Sie: „Einen HAI?“
Ich: „Nein. Ein Ei. Haie standen nicht auf der Karte.“
Sie: „Ach so, sorry. Ich bin neu und kenne die Namen noch nicht alle.“

Ich wollte an diesem Wochenende gerne einen Gottesdienst besuchen. In meine alte Baptistengemeinde zu gehen, wäre allerdings das Letzte, das mir in den Sinn gekommen wäre. Ich habe ein bisschen im Netz nach einer Kirche gesucht und wäre gerne mal zu den Jesusfreaks nach Köln gegangen, weil die Leute auf den Photos nett aussahen. Leider haben sie es nicht geschafft, Ort und Zeit ihrer Gottesdienste auf ihrer website bekannt zu geben und hielten es auch nicht für nötig, auf meine mail zu antworten.

Ich bin dann heute morgen nach Bonn in eine Gemeinde gegangen, die sich auf ihrer website betont „hip“ gab, und die mir nicht ganz fremd war, weil ich schonmal in Berlin bei einem Gottesdienst einer Gemeinde dieser Kriche war. Interessanterweise war der Gottesdienst sehr ähnlich zu der Berliner Gemeinde, was in mir kurz eine Franchising-Vermutung auslöste. Sie hatten allerdings keine Band, sondern sangen zu christlichen Mainstream-Rocksongs von CD. Ansonsten gabs eine Ansage, die „worship“ Zeit, eine Predigt und eine Einladung, doch zum essen zu bleiben. Wäre ich vielleicht auch, wenn mich die Predigt nicht so befremdet hätte.

Die zentrale Aussage war: Wenn man keine Leidenschaft für Gott empfindet, die sich in einem expressiven Anbetungsstil ausdrückt, hat man ein Problem mit Gott. Das wäre nämlich ein Hinweis darauf, dass man keine echte Beziehung zu ihm hätte, sondern ihn nur wie einen Automaten behandeln würde. Na schönen Dank auch.

Was mir in letzter Zeit immer häuffiger auffällt und was mir auch beim Lesen der Flyer jener Gemeinde aufgefallen ist, ist der Anspruch vieler Gemeinden, „für“ eine „junge Generation“ o.s.a. Kirche „anbieten“ zu wollen. Jene Gemeinde benutze sogar den Begriff „professioneller Gottesdienst“. Irgendwie scheint es immer noch darum zu gehen, Angebote zu schaffen von denen man dann erwartet, dass sie von der „Zielgruppe“ auch gefälligst genutzt werden sollen.
Junge Menschen hören ja immer so Rockmusik, dann müssen wir eben auch Rockmusik im Gottesdienst haben. Und dann sind sie ja alle immer so visuell geprägt und wir wollen ja nicht von gestern sein, dann drehen wir also Videoclips mit 120 Schnitten in der Sekunde und vielen bunten Lichtern, wie die das ja von MTV kennen.

Als ob man den Gottesdienst für die Menschen machen würde. Was für ein komischer Gedanke. Der von McLaren neulich verlinkte Trevin Wax schreibt völlig zu Recht, dass es nun wirklich nicht die Musik ist, die die „jungen Leute“ in die Gemeinde treiben würde, und ich möchte ergänzen: Es ist auch nicht das „Angebot“, von dem irgendjemand glaubt, damit würde man irgendjemand anderen erreichen.

Es ist schlicht die Gemeinschaft – persönliche und ehrliche Beziehungen, die nichts verkaufen wollen und das Gegenüber ernst nehmen – und nicht nur als Bekehrungsopfer wahrnehmen.

Dann könnte ein Gottesdienst nämlich so aussehen: Jeder bringt etwas mit, was ihm wichtig ist. Die Musik, die wir machen ist die, die wir sonst auch hören. Die Gedichte, die wir vorlesen, finden wir gut und liegen uns am Herzen, weil wir die gut finden und sie uns am Herzen liegen. Mit der show, die wir machen, wollen wir unsere Liebe zu Gott ausdrücken und niemanden „ansprechen“. Alle können mitmachen, nicht nur die, die sich am lockersten auf der Bühne geben.

Ich denke, es ist ein Irrglaube, dass postmoderne Menschen nur an irgendetwas Interesse haben, weil es „professionell“ präsentiert ist. Wenn dahinter nicht eine offene, Gott liebende und sich umeinander kümmernde Gemeinschaft steht, und der Gottesdienst nicht ein ehrlicher Ausdruck davon ist, dann wird die ganze Mühe nicht viel nützen.

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Revolution in Jesusland

Oktober 5, 2007 at 8:49 (Uncategorized)

Ich bin zu müde, was eigenes zu schreiben deshalb kopiere ich einfach den Text aus Boing Boing:

„Zack Exley, one of the smartest progressive online activists I know, has been maintaining a blog called „Revolution in Jesusland,“ about the evangelical resurgence, with an emphasis on bridging the gap between progressive activists and evangelicals. This is a laudable effort, and Zack’s tackling it with wit, humility and a great deal of intelligence.

First, progressives will never achieve their goals as long as they are hostile toward and ignorant about the faith of 100 million of their own people who are born again Christians.

Second (and we know how difficult this is to believe) there is an incredibly large and beautiful social movement exploding among evangelicals right now that stands for nearly all of the same causes and goals that secular progressives do. Those goals include: eliminating poverty, saving the environment, promoting justice and equality along racial, gender and class lines and for immigrants–and even separation of church and state.

By learning to work together with „progressive“ evangelicals, secular progressives will stand a better chance of achieving their goals and also learn an enormous amount from these remarkable people and their organizations that will help secular progressives strengthen their own movement.“

Wer hätte das gedacht: Da draussen hört tatsächlich jemand zu.

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2 x Emerging Church Kritik

Oktober 5, 2007 at 12:43 (Emerging Church)

Hier lässt sich ein Gary Gilley über die Annahme der EmCh aus, das es die Aufgabe der Kirche sein, Gottes Reich auf die Erde zu bringen. Er kritisiert Ansicht, die Kirche sein dazu da, für Frieden und Gerechtigkeit auf der Welt zu kämpfen und so Gottes Reich zu erschaffen und ich denke, er geht da von einem Mißverständnis aus. Nachdem was ich gelsen habe glaubt eigentlich niemand, dass Gott sein Reich schneller aufrichtet, weil die Christen sich so darum bemühen, oder das es im Grunde sogar aus dem Guten besteht, dass wir hier so machen. Bei dem meisten von ihm angefürten Autoren sehe ich schon die Fähigkeit, das hiesige Reich von dem, das noch kommt, zu unterscheiden.

Interessant an diesem Artikel ist die Kritik an den Handlungen der EmCh, für die der Autor „in der Bibel keine Belege findet“. Aber er fragt sich nicht, auf welcher Grundlage die Conversation denn so handelt – aber immerhin schafft er es, die New Perspektive on Paul in einem Haupt- und einem Nebensatz zu diskreditieren.

Wenn man nur die Sympthome sieht, ohne den Grund zu verstehen, und dann auch noch abstruse Aussagen zitiert, die mal im Namen von Emerging Church gemacht wurden, dann kann man zu dieser interessanten Ansicht kommen:

„Beim Oberdenken der Kerninhalte der Emerging Church drängt sich der Verdacht auf, dass die EC keine biblische Antwort auf diese Zeit ist, sondern eher ein Programm, der einzigen Wahrheit, dem einzigen Heilsweg über Jesus Christus einen postmodern getarnten, diabolischen Dolchstoß zu versetzen.“
Quelle, weit unten

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Free Burma!

Oktober 4, 2007 at 7:16 (Uncategorized)


Free Burma!

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thank you

Oktober 3, 2007 at 6:48 (Uncategorized)

icu

Er liegt da und schläft. Es gibt nach wie vor keine negativen Nachwirkungen der OP, die Lungenentzündung besserst sich von Tag zu Tag und all seine Werte sind stabil. Nur aufwachen will er nicht. Heute ist der dritte Tag, an dem er kein Schlafmittel mehr bekommt, aber bis darauf, dass er manchmal kurz die Augen offen hat, ohne etwas zu erkennen, passiert nichts.

Die Schwester sagt, dass es desto länger mit dem Aufwachen dauern kann, je älter der Patient ist und je länger die Narkose war, aber seine Arterien sind verkalkt und wer weiss, was sich in der letzten Woche in seinem Hirn abgespielt hat? Ob er träumt? Manchmal sieht es aus, als hätte er Schmerzen. Ich wünschte, ich könnte bei ihm sein, wenn er langsam wieder aufwacht. Er wird sicher Angst haben, weil er nicht wissen wird, wo er ist und was passiert ist.

Die Liebste ist heute Mittag wieder zurück nach Berlin gefahren. Sie war seit Samstag da und war wirklich eine grosse emotionale Hilfe. Gerade bin ich wieder zurück aus dem Krankenhaus gekommen, in diese leere Wohnung, die mein Vater sonst so selten verlassen hat…

Samstag fährt mein Bruder, mit dem ich mich bis jetzt jeden Tag im KH getroffen habe, für eine Woche an die Nordsee. Er hatte eigentlich Zweifel, aber ich habe ihm dazu geraten, denn er arbeitet sehr viel für sehr wenig Geld und hat 3 kleine Kinder. Ich gönne ihm jede Erholung, die er kriegen kann. Die nächste Woche werde ich dann noch hier bleiben; dann: mal sehen. Ich hätte nicht gedacht, dass mich dieses Allein-sein momentan so belastet.

In dem Buch, das ich gerade gelesen habe, gibt es ein Gedicht, dass mich sehr berührt hat, und wie sich das mit guter Kunst gehört, weiss ich gar nicht genau, warum. Es ist wohl eher das Thema Dankbarkeit und nicht die Begriffe, die gerade in meinem Leben eine zentrale Rolle spielen.

Ich tippe das jetzt einfach mal ab, obwohl ich weiss, dass ich das nicht darf. Aber machmal sind Copyrights eben auch nur scheissegal.

Thanks

Listen
with the night falling we are saying thank you
we are stopping on the bridge to bow from the
railings
we are runniung out of the glass rooms
with our mouths full of food to look at the sky
and say thank you we are standing by the water
looking out
in different directions

back from a series of hospitals back from a
mugging
after funerals we are saying thank you
after news of the dead
whether or not we knew them we are saying thank
you
in a culture up to its chin in shame
living in the stench it has chosen we are saying
thanks you

over telephones we are saying thank you
in doorways and in the backs of cars and in
elevators
remembering wars and the police at the back door
and the beatings on the stairs we are saying thank
you

in the banks that use us we are saying thank you
with the crooks in the office with the rich and the
fashionable
unchanged we go on saying thank you thank you

with the animals dying around us
our lost feelings we are saying thank you
with the forests falling faster than the minutes
of our lives we are saying thank you
with the words going out like the cells of a brain
with the cities growing faster over us like the earth
we are saying thank you faster and faster
with noboby listening we are saying thank you
we are saying thank you thank you and waving
dark though it is.

W.S. Merwin

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