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Januar 29, 2007 at 10:50 (Uncategorized)

Gestern war ich das dritte Mal beim icf und habe gemerkt, das diese Gemeinde doch nicht das beinhaltet, was ich suche.

Obwohl ich bei den ersten beiden Malen mit Leute gesprochen habe, ist es mir nicht gelungen, darüber irgendeinen persönlichen Kontakt aufzubauen. Ich war ja (mit einer Ausnahme) noch nie in der Situation, neu in eine Gemeinde zu kommen und niemanden zu kennen, daher ist es interessant zu sehen, wie das verläuft. Ich denke, es ist wichtig, neue Besucher sofort anderen Leute vorzustellen und in eine kleine Gruppe zu integrieren. Da bilden sich dann wohl am schnellsten Sympathien heraus, auf die aufgebaut werden kann. Das dritte mal in die Kirche zu kommen und immer noch niemanden zu kennen unterminiert sämtliche Missionsversuche.

Trotzdem ich die Gottesdienste beim icf erfrischend fand, sind sie in ihrer Struktur m.E. noch konservativer, als ich es von den Methodisten kenne. Denn es gibt nur 2 Programmpunkte: Liedersingen, Predigt, das wars. Zwischendurch sagt noch ein Moderator/eine Moderatorin irgendwas, aber letztendlich sind nur die Band und der Pastor beteiligt. Genau das hat mich ja eigentlich immer gestört, das die Gemeinde nicht in den Gottestdienst eingebunden ist. Warum erzählt z.B. niemand, was er in der letzten zeit mit Gott erlebt hat? Oder trägt irgendwas vor, das ihm wichtig war? Wo sind die Gaben wie Prophetie und meinethalben auch das Zungengebet, von denen Paulus spricht?

Ich finde auch, dass eine gewisse Dynamik bei Gottesdiensten vorhanden sein muss. Und die finde ich hier auch nicht, denn alles ist auf einem hohen Energielevel und kommt nie richtig runter. Unter den Songs finden sich zwar auch ruhigere, aber danach kommt direkt wieder etwas schnelleres, so daß die Grundstimmung immer Richtung Party geht.

Was auch auf die Predigten zutrifft. Ich mag es ja eigentlich, wenn Leute ungezwungen und nicht hinter einer Kanzel predigen, aber daraus abzuleiten, das man neben der Form die Rhetorik genauso vergessen kann, ist schlicht falsch. Ich denke, wenn jemand möchte, das der Inhalt seiner Predigt ankommt, muss er sich einfach rhetorischen Regeln beugen und kann nicht davon ausgehen, dass das schon irgendwie rüber kommt, Hauptsache, man ist irgendwie voll locker. Tut es nicht. Der Aufbau einer Rede ist nicht unwichtiger als der eines Textes; und ähnliche Qualitätskriterien lassen sich an beide anlegen. Bis auf den Pastor scheint das dort niemand so zu sehen, obwohl die anderen beiden Theologie studieren.

Ich wünsche dem icf alles erdenklich gute und hoffe, dass sie bald in grössere Räumlichkeiten umziehen können. Aber an ein paar Dingen könnten sie noch arbeiten.

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The bottom line – you shouldn’t be gay!

Januar 27, 2007 at 10:51 (Uncategorized)

„One of the most dangerous ways homosexuality invades family life is through popular music. Parents should keep careful watch over their children’s listening habits, especially in this Internet Age of MP3 piracy.“

Bands to watch out for

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God hates fags

Januar 27, 2007 at 10:37 (Uncategorized)

„God hates fags“

Von dem selben freak wie die Band-Liste unten. Allerdings bin ich mir mittlerweile nicht mehr sicher, ob das wirklich ernst gemeint ist…

Nachtrag III: Donnie Davies ist der Schauspieler Joel Oglesby.

Nachtrag II: Hier ein Videocast von Donnier von gestern

Nachtrag: Die wahre Identität von Donnie Davies scheint derzeit recht intensiv diskutiert zu werden. Obwohl es wenig gibt, das ich fundamentalistischen Amerikanern nicht zutraue, wird das Video wohl doch Satire zu sein. Aber gut gemacht. Obwohl er das bestreitet, scheint ein Mitglied von Bobby Conn der Urheber zu sein… Mal sehen, welche Kreise das noch zieht. Sogar Andrew Sullivan hat schon über ihn gebloggt.

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Say it like you would mean it.

Januar 26, 2007 at 10:51 (Uncategorized)

Fono hat sich gestern gefragt, in wie weit eine Entlassung der letzten RAF-Terroristen mit Bedingungen verknüpft sein sollte. Überhaupt scheint das bei fast allen Kommentaren zu diesem Thema ein Rolle zu spielen: Man verlangt – wenn schon keine Entschuldigung, dann zumindest „Reue“ oder eine „Distanzierung“.

Im gestrigen Spreeblick-Podcast stellte Tanja dazu die Frage, ob sich denn Verbrecher wie Ackermann oder Hartz für ihre Taten „entschuldigen“ oder zumindest „distanzieren“ würden. Johnny meinte dazu, dass das ja genau der Punkt sei: Die würden sich ständig entschuldigen und distanzieren, denn dies diene im Prinzip als „Abrakadabra“ für die Weiterbeschäftigung; die Entschuldigungen seien also reine Lippenbekenntnisse ohne jeden Wert.

Und ich muss ihm da recht geben. Seit langem schon frage ich mich angesichts der ewigen Politikerlügen, den Talkshowgästen, die bezahlt werden, um absonderliche Meinungen zu vertreten, dem ständigen Sturm von Bullshit, dem man ausgesetzt ist, wie man eigentlich noch von soetwas wie „Wahrhaftigheit“ in der medialen Übersetzung ausgehen kann. „Talk is cheap“, sagt der Amerikaner dazu und meint genau das: Warum sollte das, was ich denke, kongruent sein mit dem, was ich sage? Helmut Kohl hat das Prinzip ja auch erfolgreich verfolgt: Ab einer bestimmten Fallhöhe kann man meistens davon ausgehen, dass man nur lange genug warten muss, bis sich keiner mehr recht daran erinnert. Um dann um so schlimmer weiterzumachen.

Peter Hartz ist das jüngste Beispiel und zeigt, dass sich sogar die Justiz daran beteiligt. Er hatte sich noch nicht mal entschuldigen müssen, bei ihm wie bei Josef Ackermann reicht Geld, um sich als erwiesene Verbrecher von der Strafe freikaufen zu können. Und von Ex-RAF-Leuten verlangt man „Reue“. Das jemand wie Jenninger, der alleine aufgrund von missglückten Betonungen bei einer öffentlichen Rede den Hut nimmt und auch nicht wieder kandidiert, scheint heutzutage so dumm wie unbegreiflich.

Auch die nun Mögliche „Überwachung“ von Prominenten mittlers Handy-Kameras hat bis auf Kramer und diesem Abgeordneten aud den USA bislang keine Opfer gebracht, denn so dumm, etwaige unpopuläre Meinungen tatsächlich zu äussern, dürften nur die wenigsten sein. Dafür schlagen die Politiker ja auch jetzt mit massiven Einschränkungen der Staatsbürgerrechte zurück und begründen dies auch wieder mit Bullshit, den sie sich für ihre Zwecke zurechtgelegt haben.

Für mich stellt sich die „öffentliche Äusserung“ mittlerweile nahezu immer als komplett inszeniertes und zweckgebundenes „bla“ dar, egal, ob bei der Travestie einer politischen Talkshow namens „Christiansen“ oder sonstwo im öffentlichen Raum. Es geht immer darum, etwas zu verkaufen, und wenn es nur die eigene Meinung ist.

Bedauerlicherweise gibt es das auch bei Kirchen. Vor einiger Zeit habe ich bei riverofgod eine Seite über sog, „soaking“ gefunden, das wohl eine Art Marketing-Idee der Toronto Airport Christian Fellowship zu sein scheint. In Volume 11 – Issue 5 „Soaking in God’s Glory“ ihrer online-Zeitung wird behauptet, das Soaking das neue Ding ist, wie toll es ist, das jeder Christ es machen muss u.s.w. Gegen Ende wird dann undezent darauf hingewiesen, dass man diese Gabe Gottest ja zum Preis von 300 Dollar bei Seminaren lernen kann, und natürlich kann man für weites Geld auchnoch anderen „Soaking“-Krempel kaufen. Sehr geschäftstüchtig, Leuten für etwas viel Geld abzuknöpfen, über das man vorher behauptet hat, es sein ein Geschenk von Gott.

Analog zu Richard Beck’s Wunsch nach eine „Bullshit-freien Kirche“ würde ich mir zumindest Wünschen, das Christen in diesem Bereich eine grosse Sensibilität an den Tag legen und von vornherein klar machen würden, das es beim Christentum nicht um irgendeine austauschbare Weltanschauung geht, sondern um Jesus, und das hier nichts vertickt werden soll. Der Zugang zum Glauben muss so billig und niederschwellig sein wie nur irgendwie möglich.

Keith Green hat seine Alben verschenkt. Was die Berliner Gemeinde auf dem Weg sich dabei denkt, für eine MP3-Predigt 2 Euro zu verlangen, verstehen wohl nur sie allein.

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Januar 25, 2007 at 10:52 (Uncategorized)

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Praise-r-cise

Januar 24, 2007 at 10:53 (Uncategorized)


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Bill and Sue present Jesus

Januar 23, 2007 at 10:56 (Uncategorized)


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Januar 22, 2007 at 10:57 (Uncategorized)

Wenn 300 Leute auf deine Beerdingung kommen, musst Du wohl was richtig gemacht haben.

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misc

Januar 18, 2007 at 10:57 (Uncategorized)

Mache mich gleich auf den Weg zur Beerdingung nach Köln; ein anderer Freund von ihm nimmt mich mit. Unschön, das dies wohl der schönste Tag des Jahres ist, aber das Leben ist ja bekanntlich kein Streichelzoo. Sonntag abend werde ich wieder zuück sein.

Während dessen sucht eine Mutter ihren 15-jährigen Sohn, der wohl nach Berlin abgehauen ist.

(Sohn wieder da.)

und ich fühle mich unbestimmt.

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Keith Green

Januar 17, 2007 at 10:58 (Uncategorized)

Musik ist für mich ja ein ganz schwieriges Thema. Ich habe oft darüber nachgedacht, warum Musik mir gefällt (über das Thema: „Musik, die mir nicht gefällt“ könnte ich ein Bibliothek vollschreiben), aber da sind Kriterien einfach extrem schwer zu definieren. Eigentlich hat sich nur eines dauerhaft herauskristallisiert: Es ist mir wichtig, das Musik authentisch ist.

Als wiedergeborener Poststrukturalist bin ich mir natürlich bewusst, das es Authentizität nicht gibt, aber ich meine das eher in der Hinsicht, dass damit kein anderer Zweck verfolgt und die Musik damit instrumentalisiert wird. Demzufolge gibt es für mich natürlich per definitionem keine gute religiöse Musik, aber bei näherem Hinschauen ist das so einfach nicht.

Dieses Wochenende habe ich mal geschaut, was ich denn eigentlich noch so an Alben habe, denn damals, als ich noch ein der Jugendgruppe aktiv war (so vor 60 Jahren…) gab es tatsächlich ein paar Sachen, die mich vielleicht weniger begeistert als näher zu Gott gebracht haben. Neben einer grenzwertigen, aber doch irgendwie inspirierten Platte von Amy Grant („Age to age“ von 1982) fiel mir dann eigentlich nur noch Keith Green ein.

An den hatte ich bestimmt seit 10 Jahren nicht mehr gedacht, und da ich keine Tapes o.ä. mehr von ihm hatte, habe ich mir bei iTunes eine Best Of gekauft.
Die Songs sind natürlich allein von der Produktion sehr in ihrer Zeit zu sehen, aber teilweise schon ziemlich klasse, aber was mich vor allem für ihn einnimmt, ist die Art wie er singt. Ich glaube, ich kennen niemanden, der ein dermaßen überzeugender Sänger war oder ist. Ihm glaube ich wirklich jede einzelne Silbe; allein in seinem Signature Song „Asleep in the light“ steckt mehr Herzblut, als in der gesamten Karriere manch anderer.

In dieser Hinsicht relativiert sich natürlich auch die leidige Authentizitätsfrage. Viel glaubwürdiger kanns wohl kaum noch werden.

Witzigerweise bin ich gestern zufällig auf einem blog, der ebenfalls über Keith Green geschrieben hat. Dort findet sich auch ein Video von ihm, in dem er zwar ein bißchen sehr aufdreht, but you get the picture.

Übrigens finde ich, das Keith Green und Bob Ross gute Kandidaten für die „seperated at birth“-Serie wären. Und sei es nur wegen der Haare…

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What’s so funny about…?

Januar 15, 2007 at 10:59 (Uncategorized)

Das Wochenende war eine einzige Katastrophe. Erst ein tragischer Sterbefall in der weiteren Bekanntschaft, dann hatte die Freundin meines Vater einen Unfall und hat sich den Oberschenkel gebrochen (mit 80!); und schliesslich hat auch noch eine unserer beiden Katzen mehrmals die ganze Wohnung vollgekotzt. Samstag ist S. dann mit ihr zum Arzt gefahren und den Rest des Wochenendes haben wir damit verbracht, die beiden Viecher von gegenseitigen Zerfleischen abzuhalten, ein durchaus unterhaltsamen Phänomen, das immer dann auftritt, wenn eine Katze anders riecht als gewöhnlich. Noch nicht mal in die Kirche konnte ich gestern, was mich besonders gewurmt hat.

Dafür hat mich Gott heute morgen mit einer irre intensiven Zeit gesegnet. Ich hatte schon mehrmals von einem Phänomen namens „Holy Laughter“ gelesen, bei dem Menschen beim beten anfangen zu lachen. Ich fand dsas immer befremdlich, aber seit heute morgen weiss ich, dass es etwas sehr schönes ist. Es war zwar eher ein Kichern, aber es war auf seine Weise sehr passend und ich hoffe, das war nicht das letzte Mal.

Storch hat in einem seiner letzten Postings auf die Jahreslosung hingewiesen, und mir geht es auch so, dass ich mich dadurch sehr angesprochen fühle.

2007 wird etwas Besonderes.

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Januar 12, 2007 at 11:30 (Uncategorized)

Der älteste Bruder meiner besten Freundin ist heute Nacht mit 42 Jahren gestorben. Man hatte zuerst eine Lungenentzündung vermutet und ihn deswegen auch im Krankenhaus behandelt; heute morgen fand man ihn tot in seinem Bett. Die Ursache ist unbekannt, er muss erst obduziert werden.

Ich kannte ihn nur flüchtig, aber S. hatte immer viel von ihm erzählt. Sie sagte heute am Telefon, dass sie ich nie Sorgen um ihn gemacht hat, weil er immer so stark und selbständig wirkte. Sie ist gut mit seiner 13-jährigen Tochter befreundet, die mit ihrer Mutter in Afrika lebt. Seine Tochter sollte eigentlich Ende diesen Jahres nach Deutschland zurückkommen, um bei ihm zu leben; sie hatten wohl eine aussergewöhnlich starke Bindung.

Ich weiss nicht, das ist alles so grotesk. Der Tod sollte so etwas normales sein, und ist doch immer wieder die absolute Genzerfahrung. Früher habe ich mich immer gefragt, was wohl die richtigen Worte seien, mittlerweile glaube ich zu wissen, das die Sprache in diesem Falle vielleicht nicht das richtige Kommunikationsmittel ist. Obwohl wir nie viel miteinander zu tun hatte und ich ihn noch nicht mal sehr mag , war S’s Vater damals bei der Beerdigung meiner Mutter, was ich ihm niemals vergessen werde.

Wenn es irgend möglich ist, werde ich diesmal ebenfalls da sein.

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Glaubensfaschismus

Januar 12, 2007 at 11:29 (Uncategorized)

Meine Herrn. Gestern ruft mich mein Vater an und erzählt mir, dass sich einige Paare in unserer alten Baptistengemeinde gefunden hätten, die einen Tanzkus machen wollen. Ein Frau dort kennt wohl einen Tanzlehrer, und da kam die Idee auf, den Kurs doch einfach in den Gemeinderäumen zu machen, die ja nun Wochentags leer stehen und auch nichts kosten würden.

Aber so einfach ist das doch nicht. Jetzt musste erstmal eine Gemeindestunde einberufen werden (Mit Abstimmung!) um zu klären, ob Tanzen Sünde sei und das in der Gemeinde erlaubt werden können. Sollte das geschehen, haben schon ein paar mit ihrem Austritt gedroht. Als ob die nur in der Gemeinde seien, weil dort nicht getanzt wird… Man man man. Da hatten wir schon in den 90gern ökumenische Jugendgottesdienste, die fast schon charismatisch geprägt waren. Aua. Gut, das ich da weg bin.

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Wenn et bedde sisch lohnen däät…*

Januar 11, 2007 at 11:28 (Uncategorized)

Meine beste Freundin hat zusammen mit ihrer gesamten Abteilung seit gut 2 Jahren sehr unter ihrer Abteilungsleiterin zu leiden. Neben fachlicher Inkompetenz addieren sich da Charakterschwächen, Lügen und Verläumdungen auf’s Übelste, so dass sich das Betriebsklima nicht nur bei ihr bereits negativ auf die Gesundheit auswirkt. Ihre Chefin hat es sogar geschafft, die Geschäftsleitung auf ihre Seite zu ziehen und sich als Mobbing-Opfer zu stilisieren, dabei würde umgedreht eher ein Schuh draus werden. Von dem alten Team hat mittlerweile jeder gekündigt, dem es irgendwie möglich war, der Rest sitzt die Zeit ab und ist so oft krank, wie es eben geht.

Erst recht unbegreiflich ist der Zustand, da es sich um ein „alternatives“ Unternehmen handelt, das mal gegründet wurde, um alles besser zu machen; das sich aber leider (nicht nur in dieser Abteilung) in seinen grössten Feind verwandelt hat. Aber nach aussen natürlich noch das Fähnchen des linksalternativen Projekts trägt.

Da ich nicht weiss, wie ich ihr helfen soll (kündigen wird sie erstmal nicht können) habe ich vor einiger Zeit angefangen, für ihre Chefin zu beten. Gestern erzählte mir meine Freundin, das sich das Klima seit kurzem etwas entspannt habe, und sogar die Supervision, in der sich normalerweise alle angeschreien oder gegenseitig beschuldigen, recht fruchtbar war.

Das freut mich natürlich unheimlich und ich danke Gott, das er etwas tut.

*Ist Kölsch und bedeutet: Wenn das Beten sich lohnen würde. Stammt von der mir nicht gerade sympathsichen Gruppe „Bap“ und geht weiter mit: „watt minste watt isch dann bedde däät.“ Little do they know.

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How to become a cult leader

Januar 10, 2007 at 11:28 (Uncategorized)

Von hier, mit einem exzellenten Kommentar.

Ach ja, Scie*ntology hat seine Pforten jetzt auch in Berlin eröffnet. Und noch ein Tipp für Akustik-Gitarristen: Taylor Guitars sind ja auch drin.

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Gekd II

Januar 9, 2007 at 11:27 (Uncategorized)

Da der icf seine Predigten über iTunes als Podcast anbietet, habe ich dort mal geschaut, was es sonst noch so erbauliches gibt und bin auf Predigten der Willow Creek Church gestossen. Da ich Bill Hybels nur dem Namen nach kannte, habe ich mir mal 3 Predigten über Maleachi runtergeladen (Leider kann man das nicht verlinken; einfach bei iTunes nach „Willow Creek“ suchen; dann oben rechts auf Podcasts gehen und den Willow Creek Podcast der Willow Creek Community Church auswählen“. Einfach… Naja.)

Und bin sehr beeindruckt. Ersteinmal kann ich Hybels gut zuhören, auch, wenn er mir manchmal ein wenig zu beeindruckt von seinen eigenen Worten ist. Aber seine beiden Predigten zu Maleachi (auch die eine von John Ortberg) unter dem Titel „Living Excellent Lives“ sind wirklich beeindruckend. Und zumindest eine spricht natürlich auch meine momentane Frage nach dem 10. an.

„Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der HERR Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.

Ein Gedanke war, dass den 10. zu geben wirklich das absolute Minimum an Dankbarkeit ist, das wir Gott geben können – im Vergleich mit der Bereitschaft, ihm unser ganzes Leben zu überantworten, was natürlich stimmt. Hatte ich in einem älteren Post nicht geschrieben, das mir Geld nicht so viel bedeutet? Offensichtlich doch, wenn es mir bislang so schwer gefallen ist, Gott seinen Anteil zu geben. Übrigens habe ich neuerdings auch das Bedürfnis, Bettlern etwas zu geben, und wer das Bettleraufkommen in Berlin kennt, weiss, das man immer einiges an Kleingeld in der Tasche haben sollte.

Für Hybels geht in in Maleachi generell um das Neujustieren von Qualitätsstandarts in Beziehungen – zu Gott, untereinander, und nicht zuletzt zum Geld. Und auch das trifft eigentlich genau das, was ich gerade erlebe. Meine Beziehung zu Gott hat sich in den letzten Wochen wirklich sehr gewandelt, und ich würde sagen: So innig war sie noch nie, aber auch gleichzeitig so dynamisch. Vielleicht erlebe ich zum ersten Mal, dass ich wirklich etwas von Gott erwarte, und ihn nicht von vornherein ein Erwartungsschema habe, in dessen Grenzen er sich bitte mal manifestieren möge. Es ist ein wenig wie das Öffnen einer Faust und ich weiss, dass dies ein Prozeß ist, der noch einige Zeit dauern wird, und während dessen ich mich immer wieder fragen muss, ob mir wohl dabei ist, oder nicht. Und warum das so ist.

Ich hatte schon früher Zeiten, in denen ich mich Gott ziemlich nah fühlte, aber er ist mir jedes Mal wieder unwichtiger geworden. Ich hoffe inständig, das mir das nicht nochmal passiert.

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Der Boden unter den Füßen

Januar 8, 2007 at 11:26 (Uncategorized)

Gestern war ich also wieder beim icf-Gottesdienst, den ich im Dezember schonmal besucht habe. Ich muss gestehen, das ich mich richtig drauf gefreut habe, die Freunde jedoch einer Verunsicherung Platz machte, je näher der Termin rückte. In gewisser Weise erinnerte mich das an meine Unsicherheit während der Christmette in meiner alten Gemeinde, aber gestern gingen meine Fragen in eine andere Richtung.

Ich war immer jemand, der einen Großteil seines Selbstbewußtseins aus seiner Arbeit zog. Ich denke nicht, das ich zur Arroganz neige, aber mein Auftreten war ein anderes, als ich noch meinen Traumjob hatte. Auch über meine musikalischen Unternehmungen konnte ich mich immer gut definieren; leider hat sich da nach der Auflösung meiner letzten Band vor mehr als einem Jahr auch nichts mehr getan. (Kleine Randnotiz: Ich habe gerade meine „5 Dinge, ihr noch nicht wusstet“ nochmal gelesen: Das liesst sich auch genau so: wie jemand, der es nötig hat, sich durch Vergangenes zu profilieren. Peinlich, eigentlich. Ist aber leider so.)

Momentan ist da also wenig, worauf ich „stolz“ sein könnte. Aber sollte man sein Selbstbewußtsein als Christ nicht aus der Tatsache beziehen, das man sich von Gott geliebt weiss? Und das tue ich tatsächlich, in der letzten Woche hatte ich ein Gefühl von Nähe zu Gott wie schon lange nicht mehr. Aber da tut sich eine Lücke auf – wenn ich mich durch Leistung nicht mehr definieren kann, warum kann ich es dann nicht durch die Liebe Gottes?

Das wirft auch noch eine weitereFrage auf: In wie weit beurteile ich eigentlich andere Menschen über ihre Leistungen? Normalerweise würde ich das weit von mir weisen, aber ich sollte wohl mal darüber nachdenken, in wie weit sich das doch bei mir eingeschlichen hat.

Lustigerweise kam ich auf dem Hinweg zur Kirche an einem versifften Swingerclub mit dem Namen „Zügellos“ vorbei. Denn genau danach sehne ich mich eigentlich: Nach einer Begegnung mit Gott ohne zu meinen, ihm meine Zügel verpassen zu müssen…

Leider fühlte ich mich diesmal während des Gottesdienstes nicht so befreit. Da ich morgens verpennt hatte, bin ich abends hingegangen. Jemand hat mich auch sofort angesprochen, aber das war’s dann auch, er hat mich weder anderen vorgestellt, noch hat er danach nochmal hallo gesagt, und ich fühlte mich eher wie ein Fremdkörper dort.

Das Thema der Predigt war der Anfang des Jakobus-Briefs: Wie man den Glauben im Alltag behält. Besonders diese Stelle schien mir aufschlussreich:

6 Er bitte aber im Glauben und zweifle nicht; denn wer zweifelt, der gleicht einer Meereswoge, die vom Winde getrieben und bewegt wird.7 Ein solcher Mensch denke nicht, dass er etwas von dem Herrn empfangen werde. 8 Ein Zweifler ist unbeständig auf allen seinen Wegen.

Momentan habe ich zwar wenig Zeifel an Gott, aber mein Leben war im Prinzip das eines Zweiflers: Ich habe nie etwas wirklich zuende gemacht, habe 1000 Sachen angefangen und doch wieder abgebrochen. War ich mir nicht sicher? Wie oft habe ich mich Gott nahe gefühlt und habe mich dann doch wieder von ihm enfernt?

Vielleicht muss mir Gott erstmal den Boden unter den Füssen wegziehen, bevor er mit sich selber zur Sache kommt. Man, soviele Fragen, soviele Ansätze, schon wieder. Manchmal fühle ich mich wie jemand, der im ersten Level eines Computerspiels gefangen ist und nicht weiter kommt, weil er nicht versteht, was er machen soll und irgendwelche Dinge auf dem Weg nicht mitgenommen hat…

Nächsten Sonntag gibt es nach dem GD eine Infoveranstaltung über das icf, zu der ich mal gehen werde, vielleicht ist es in kleinerem Kreis einfacher, sich kennezulernen. Und das, habe ich gemerkt, ist ein wichtiger Faktor, damit ich mich in einer Gemeinde wohl fühle: Persönliche Beziehungen zu Leuten.

Zu allem Überfluss ist diese Woche eine Gesprächsgruppe in meiner alten Gemeinde. Es geht um eine Neugliederung der Hauskreise, und obwohl ich mal Interesse signalisiert habe und auch eingeladen wurde, weiss ich nicht, ob ich hingehen soll. Mein Hunger nach einer anderen Form GD, die mich Gott näher bringt, wird duch einen neuen Hauskreis nicht gestillt werden. Vielleicht sollte ich dem Pastor mal eine mail schreiben und ihm das alles erzählen…

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Riesenmaschine

Januar 8, 2007 at 11:26 (Uncategorized)

Sieh an: Die Riesenmaschine hat die Bibel in gerechter Sprache und eine „christliche“ Version von Linus entdeckt.

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Das Stöcken des Grauens

Januar 6, 2007 at 11:25 (Uncategorized)

Pickaboo hat mir ein Stöckchen an den Kopf geworfen, und – nun gut, 5 Dinge, die man nicht von mir wusste, kriege ich leicht zusammen:

1. Ich habe für die SPD während des Wahlkampfes 1998 gearbeitet.

Der Ex-Freund meiner besten Freundin ist recht erfolgreich die Karriereleiter in der SPD hochgefallen und konnte mir damals während des Wahlkampfs eine Stelle als Wochenend-Pressedepp in der KAMPA, der Wahlkampfzentrale des Parteivorstandes, besorgen. Ich musste am Samstag und am Sonntag jeweils 5 Stunden auf den Ticker aufpassen und bei wichtigen Meldungen des Pressesprecher des Parteivorstandes anrufen. Hin und wieder gabs auch mal eine Pressemitteilung zu faxen. Ansonsten habe ich ferngesehen und aus dem Fester geschaut. Und für ein Wochenende 400 DM bekommen.

Meine „Politikverdrossenheit“ war damals noch nicht sehr ausgeprägt, was sich nach diesem Job schnell geändert hat.

2. Ich bin 1993 mit 21 Jahren allein durch die halbe USA gefahren

Ich hatte gerade meinen Zivildienst hinter mir und mein Bruder, der als Nato-Mitarbeiter in Texas lebte, lud mich für ein halbes Jahr ein. Ich machte für $26 einen Führerschein, er kaufte mir ein Auto und ich fuhr mehrere Wochen durch den Westen der USA. In diesen Wochen bin ich erwachsen geworden und seitdem wünsche ich mir, für einige Jahre in den USA oder in Kanada zu leben. Wird aber wohl nichts. Ich kann mir ja noch nicht mal einen Urlaub leisten.

3. Ich habe alle Alben von Neil Young, bis auf eines.

Oh ja. Ich finde zwar lange nicht alle gut, aber bin immer wieder beeindruckt, wie ernst er seine Vision verfolgt. „Journey Through The Past“ von 1972 habe ich bislang leider nie ergattern können.

4. Ich habe aucf 2 Alben Gitarre gespielt.

Ich habe als Musiker früher immer davon geträumt, irgendwann mal auf einem Album zu spielen. Gott hat mir diesen Wunsch zwei Mal erfüllt; beide Male wurde ich als Gastmusiker eingeladen, und hinterher fühlte sich das Leben nicht anders an. Allerdings schätze ich, das von beiden Platten zusammen nicht mehr als insgesamt 500 St. verkauft wurden. Und die eine CD ist wirklich toll. Leider hat sich danach nichts mehr daraus ergeben. Allerdings würde ich gerne noch mal als Tourmusiker einige Woche unterwegs sein.

5. Regina Spektor hat mal in meinem Bett geschlafen.

Leider alleine… ahem. Das muss so 2001 gewesen sein. Der Chef des Labels. für das ich damals tätig war, hatte sie in NY kennengelernt, und als sie kurz darauf in Berlin war, ist sie bei uns vorbei gekommen und ich habe ich sofort in sie verliebt. Unglaublich talentiert, ziemlich schüchtern, aber sehr interessiert und neugierig. Es kam dann soch nicht zu einem Vertrag, was wohl auch besser für sie war, denn wir hatten die Mittel nicht gehabt, die sie benötigt hätte. Hier noch ein Bild von dem Nachmittag damals.

…und wer immer sich das Stöckchen nehmen will, soll es tun. Das Bodenpersonal vielleicht

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Time for Gold

Januar 5, 2007 at 11:24 (Uncategorized)

Gestern habe ich nach zweiwöchiger Pause wieder angefangen, Zeit mit Gott zu verbringen, und es war aller hoher Erwartungen zum Trotz eine ziemliche Katastrophe. Ständig klingelte das Telefon oder die Katzen nervten rum, und ich konnte mich einfach nicht von meinen Sorgen lösen. Ich hab’s dann irgendwann abgebrochen und war enttäuscht.

Als ich heute gebetet habe, fiel mir allerdings auf, das ich sehr wohl eine erstaunliche Begegnung mit Gott hatte, die irgendwie untergegangen war. In den paar Minuten, in denen ich mich konzentrieren konnte, hatte ich zeitweise den Eindruck, das etwas in mir beten würde, ohne, das ich darüber nachdenke. Es schien mir, als ob ich den Verschluss einer Flasche zuhalte und nur ganz langsam öffne, und ich mehr mit Gott erlebe, je weniger ich den Deckel drauf halte. Ich habe so etwas noch nie erlebt und bin heute ganz erstaunt, dass es mir so entfallen ist…

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Geld

Januar 5, 2007 at 11:24 (Uncategorized)

Ich weiss, dass ich den 10. spenden soll. Schon lange. Aber ich schaffe es nur äusserst selten; und dann auch nur an einem Monat.

Gerade jetzt, wo das Geld wirklich knapp ist und sich die Dinge häufen, die bezahlt oder ersetzt werden müssen, will ich versuchen, mich an diese Regel zu halten. Nicht zuletzt in der Hoffnung, das Gott sich dann auch um meine Rechnungen kümmert, wie auch immer er das anstellt.

Eine Frage trage ich aber mir mir rum: Sollte ich vielleicht erstmal meine Schulden abzahlen, bevor ich das Geld an die Gemeinde überweise? Oder sollte der zu spendende Betrag von den restlichen Verpflichtungen unabhängig sein?

Wie halten das denn andere Menschen so?

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Saddam und die Todesstrafe

Januar 4, 2007 at 11:23 (Uncategorized)

Die Hinrichtung von Saddam Hussein erinnerte mich an meinen Lieblings-Comedian Bill Hicks, der sich in einem seiner Programme gefragt hatte, warum es Christen gibt, die vor Gefängnissen für die Todesstrafe protestieren und darauf mit dem Satz antwortete: „I didn’t knew „Thou shalt not kill“ came with a footnote“.

Das einzig Interessante an der Saddam-Hinrichtung war für mich der Ort des Geschehens. Während die USA ihre mitunter vermeintlichen Kapitalverbrecher ja in Räumen ermordet, die durch ihre Ausstattung etwas „offizielles“ und somit auch rechtfertigendes haben, hat der Irak seinen Saddam in irgendeinem hässlichen Drecksloch über die Klinge springen lassen, und das zu allem Überfluss auch noch von Hobby-Henkern in schlechtsitzenden Lederjacken. Und dokumentiert wurde es mit einem Photo-Handy (!).

Man sieht also wieder aufs Neue: Alles show, alles zusammengelogen. Die Iraker haben der staatlich angeordneten Todesstrafe wieder den Ort zugewiesen, der einem Mord – gleich an wem – zusteht: Ein hässliches Drecksloch.

John H. von The Confessing Evangelical hat einen Post über die biblischen Grundlagen der Todesstrafe geschrieben, den ich, trotz seiner leichten Wirrniss, für lesenswert halte. Er beschreibt die Inkosistenz der Rechtfertigungen aus dem alten Testament heraus, und hinterfragt auch Römer 13, wobei ich mich immer wundere. wie naiv man sein muss, um dieses Kapitel als Rechtfertigung jeglicher staatlicher Intervention zu lesen.

(via)

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Glaubensblog

Januar 3, 2007 at 11:22 (Uncategorized)

Nicht, das es mich überraschen würde, aber der „Glaubensblog“ des im letzten Jahr mit viel tamtam gestarteten Blognetzwerkes „Germanblogs“ scheint einen einsamen Tod zu sterben. Angeblich sollen dort ja „die Experten“ bloggen; schön und gut, aber zumindest den Glaubensexperten scheint man im Vorfeld nicht erzählt zu haben, was das mit dem „bloggen“ so auf sich hat. Und vor allem: Das es in diesem Falle eine gute Idee sein kann, nicht für eine bestimmte Klientel zu schreiben, sondern von eigenem Interesse geleitet. Die meisten Beiträge konnten sich noch nicht mal entscheiden, ob sie für Christen oder für religiös interessierte gedacht waren, und lasen sich wie Kommtentare für ein Printmagazins.

Schade, Chance vertan.

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Pastor Blow

Januar 2, 2007 at 11:22 (Uncategorized)

Was man nicht alles erfährt, wenn man zufällig die Pro Sieben-news sieht: Kurtis Blow ist mittlerweile Pastor einer Gemeinde in New York! Und natürlich gibt es dort Hip Hop statt Paul Gerhardt. Angeblich soll das eine neue Idee sein, kann ich mir aber kaum vorstellen…

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Christmas in prison

Januar 1, 2007 at 11:20 (Uncategorized)

Weihnachten verbringe ich immer bei meinem Vater auf dem Land. Am 26.12.1990 ist meine Mutter im Alter von 58 Jahren an den Folgen zweier Schlaganfälle gestorben, seitdem findet Weihnachten als Fest für uns nicht mehr statt. Immerhin essen wir an Heiligabend noch Würstchen mit Kartoffelsalat, aber das ist dann auch die einzige Tradition, die überlebt hat.

Das Dorf, über das ich mit meinen Freuden nur als „Dreckskaff“ rede, ist nicht gerade mein Lieblingsplatz auf der Welt. Ob wohl ich gerne bei meinem fast 80-jährigen Vater bin, stellt die Umgebung hier eher eine herzliche Einladung zum Selbstmord dar. Leichte Depressionsanfälle kann ich recht erfolgreich mit gezielten Gaben von Alkohol bekämpfen, aber diesmal hat es mich doch stärker erwischt als sonst.

Eines der wenigen Highlights hier ist die Christmette in unserer alten Gemeinde in der nächst grösseren Stadt. Hier treffe ich meistens alte Freunde aus meiner damaligen Jugendgruppe; zu keinem von ihnen habe ich sonst mehr Kontakt, obwohl wir damals teilweise wirklich sehr eng befreundet waren. Doch als ich mich am Sonntag für den Gottesdienst fertig machte, kamen mir neben den üblichen Gedanken auch welche, die ich normalerweise nicht habe und die ich auch überhaupt nicht lustig finde. Denn bei den ganzen smalltalks, die man führt, wenn man sich lange nicht gesehen hat, gibt es immer wieder eine Frage, die mich die Wände hochtreibt – Die Frage, wie es mir denn wohl ginge.

Eines Vorweg: Ich stamme aus einer Arbeiterfamilie und wir waren relativ arm. Trotzdem hat Gott uns immer genug zum Leben und noch viel mehr dazu gegeben. Geld war mir nie wichtig, ich hatte immer alles, was ich brauchte, und auch deswegen habe ich nach dem Abi erstmal angefangen, zu studieren. Während ich mich also (als fast einziger meiner Jugendgruppe, übrigens) als Nachwuchs-Bohèmien auf übel beleumundeten Unifeten rumtrieb, haben meine damaligen Freunde fast ausnahmslos ihre Traumjobs bekommen und teilweise sogar Karriere gemacht.

Daniela, in die ich geschätze 5 Jahre heimlich verliebt war, hat eine Ausbildung zur Therapeutin gemacht und ehelichte einige Jahre später einen Pastor in spe und das war wohl genau das, was sie wollte. Frank, einer meiner besten Freunde damals, hatte eine verunglückte und bizarr unpassende Ausbildung zum Finanzbeamten hinter sich, als er als Quereinsteiger bei einem Chemieunternehmen unterkam. Innerhalb weniger Jahre hat er dort eine unfassbare Karriere gemacht und war noch keine 30, als er sich als technischer Direktor eines neuen Werkes in Brasilien wiederfand.

Auch die meisten meiner Freunde aus der Schule, die eigentlich nie vor hatten, eine irgendwie geartete bürgerliche Karriere anzustreben, haben doch eine gemacht. Frank z.B. hatte Kunstgeschichte studiert und wir hatten und damals zeitgleich einen Mac gekauft, das muss so um 1994 gewesen sein. Wir spielen viel mit Photoshop und Quark rum. Eines Tages antwortet er auf eien Anzeige einer lokalen Tageszeitung, die einen Aushilfsgraphiker suchten. Trotz des Fehlens jeglicher Qualifikationen wurde er genommen und ist jetzt Chef der Abteilung und verdient das Vierfache von mir.

Ich freue mich für meine Freunde, ganz ehrlich. Aber was soll ich auf die Frage antworten, wie es mir denn ginge? Ich könnte antworten, dass, als ich vor 2 Jahren meinen Traumjob bei einer Plattenfirma verloren habe, alle anderen Labels ebenfalls Leute entlassen haben, was dazu führte, das ich den einzigen Job annehmen musste, der mir trotz aller Kontakte angeboten wurde. Dieser Job ist schlecht bezahlt, semi-offiziell, und auch, wenn er im weitesten Sinne mit der Musikindustrie zu tun hat, interessiert er mich nicht. Ich verdiene nicht genug, um mich krankenversichern zu können; dazu kommt noch die Bafög-Rückzahlung, die mich ziemlich beutelt.

Mein erstes, geisteswissenschaftliches Studium musste ich aufgrund einer Depression abbrechen. Das zweite Studium habe ich abgebrochen, weil ich damals (endlich!) den Traumjob bekam. Der war zwar nach einiger Zeit nicht mehr so traumhaft, da der Chef sich als unfähiges profilneurotisches Arschloch herausstellte, der den Laden nur aufgrund der grosszügigen Geldspritzen seines Milliuonäresvaters am Laufen hielt, aber die Arbeit habe ich trotzdem geliebt. Dann ging das den Bach runter und seit dem sind meine persönliches Lebensumstände kontinuierlich schlechter geworden.

Nur um das klar zu stellen: Es geht mir nicht schlecht. Ich habe eine tolle Freundin und komme über die Runden, aber gut… Das scheint mir doch anders auszusehen.

Vielleicht bin ich undankbar, aber ich habe immer geglaubt, das Gott noch einen Trumph im Ärmel hat, und das die jahrelange Warterei sich auszahlen würde in Form einer vernünftigen Arbeit, denn wenn alle anderen eine haben, warum sollte Gott mich vergessen? Aber mittlerweile bin ich Mitte 30, und meine Hoffnung, das es irgendwann einmal peng macht, verabschiedet sich langsam, aber sicher.

Vor zwei Jahren, da gab es nochmal einen solchen Moment: Nach meiner Entlassung habe ich über alte Kontakte erfahren, das mein absolutes Lieblingslabel jemanden sucht. Ich traf mich mit dem Chef, wir kamen sehr gut miteinander klar und dann – hörte ich nichts mehr von ihm. Ein halbes Jahr später sah ich ihn auf einem Festival und er entschuldigte sich und erzählte, dass es ehemaliger Praktikant von ihm seine Ausbildung bei einem anderen Label beendet hatte und nicht übernommen wurde, und da er ihn bereits kannte, hat er ihn eingestellt. Ich wäre aber derjenige gewesen, der ihm von allen sonstigen Bewerbern am besten gefallen hätte. Ahja.

Wenn ich also ehrlich wäre, müsste ich auf diese Frage nach dem eigenen Befinden sagen: Eigentlich habe ich keine Ahnung, wie es mir geht. Meinen jetzigen Job werde ich wohl nicht mehr allzu lange machen, und was danach kommt – ich weiss es nicht. Gute Zeugnisse, aber keine abgeschlossene Ausbildung sind in Deutschland ja immer noch die Eintrittskarte zur Arbeitslosigkeit. In der Musikindustrie war das früher kein Problem, sondern eher der Normalfall, aber heute hat sich auch das geändert.

In den letzten Monaten habe ich nebenbei angefangen, selbständig zu arbeiten, aber in wie weit das Früchte tragen wird, kann ich noch nicht absehen. Jedenfalls arbeite ich selten weniger als 10 Stunden am Tag, aber das ist ok. Obwohl ich mir wünschte, mehr Zeit zum Musikmachen zu haben, aber das ist mir momentan nicht so wichtig.

Ich mag alle diese Gedanken nicht. Lese ich mir das durch, dann frage ich mich, wie lange es wohl dauert, bis ich bitter; oder, fast noch schlimmer, bevor ich neidisch werde auf den Erfolg meiner Freunde. Vielleicht sind das auch schon die ersten Vorboten der Midlife-Crisis. Ein Therapeut, den ich mal kennengelernt habe, meinte, das diese Krise eigentlich unvermeidlich ist, wenn man bis 40 noch nicht „sein Ding“ gefunden habe. Obwohl, ich weiss schon, was „mein Ding“ ist: Die Musik.

Aber sie ernährt mich nicht.

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